So scheiterte das DFB-Team: „Ego-Shooter“, Kimmich im Fokus & Nagelsmanns Schwäche
Mit dem Ausscheiden im Sechzehntelfinale gegen Underdog Paraguay setzte die deutsche Nationalmannschaft die dritte Weltmeisterschaft in Folge in den Sand. Der Deutsche Fußball-Bund und Julian Nagelsmann zogen kurz nach der herben Enttäuschung die Konsequenzen – der Bundestrainer erklärte auf Drängen des DFB seinen Rückzug und machte den Weg frei für seinen voraussichtlichen Nachfolger Jürgen Klopp. Über die Gründe für das deutsche Scheitern in den USA, Kanada und Mexiko und Nagelsmanns Anteil daran wurde bereits vielfach spekuliert – „Der Spiegel“ rekonstruierte nun, warum es für Kapitän Joshua Kimmich (31) & Co. wirklich schiefgelaufen sein soll und lieferte dabei einige neue Erkenntnisse.
Die zentralen Probleme lagen dem Magazin zufolge innerhalb des Teams – und nicht bei den öffentlich diskutierten Nebenschauplätzen wie Familienbesuche, Kakerlaken im Quartier oder Fahrradtouren mit Nagelsmanns Frau Lena. Zu viele Individualisten statt einer geschlossenen Einheit standen dem Erfolg offenbar im Weg: Insider beschrieben eine Mannschaft mit zu vielen „Ich-AGs“ bzw. „Ego-Shootern“. Einige seien mehr mit sich selbst beschäftigt gewesen, wodurch der Teamgedanke gelitten habe. Führungsspieler hätten keine Sicherheit ausgestrahlt, anders als Vertreter früherer Generationen, die auch mal eingriffen, wenn es notwendig war – exemplarisch dafür das Bild des blutenden Bastian Schweinsteiger im WM-Finale 2014.
Mannschaftsführer Kimmich spielte angeschlagen mit Leistenbeschwerden und erfüllte zwar seine Führungsrolle mit großem Ehrgeiz, wurde intern aber teils als zu dominant wahrgenommen, wird berichtet. Seine Versetzung auf die rechte Abwehrseite, die er akzeptiert haben soll, habe darüber hinaus sowohl die Defensive als auch Offensive geschwächt. Viele Leistungsträger seien unter ihrem Vereinsniveau geblieben, namentlich genannt werden Spieler wie Jonathan Tah (30) oder Aleksandar Pavlovic (22). Hinzu kam der verletzungsbedingte Ausfall von Abwehr-Linksfuß Nico Schlotterbeck (26).
Rückkehrer Leon Goretzka (31), der vor Turnierstart in einem Nagelsmann-Interview quasi einen Startplatz zugesichert bekam, habe sich nach seinem Bankdasein im Auftaktspiel gegen Curaçao (7:1) zunehmend von seinen Kollegen abgekapselt. Nachdem der Mittelfeldmann kein Geheimnis aus seiner schlechten Laune gemacht haben soll, wurde offenbar das Gespräch mit ihm gesucht, woraufhin sich Goretzka geändert habe.
Die jungen Hoffnungsträger Jamal Musiala (23) und Florian Wirtz (23) hätten unter enormem Druck gestanden, während sie noch bei der Heim-EM 2024 befreit aufspielen konnten, und konnten ihrem Status dadurch nicht gerecht werden. Spieler vertrauten dem System und teilweise auch ihren Teamkollegen zu wenig, heißt es weiter. Dadurch sei das Spiel langsamer geworden, Ballaktionen hätten länger gedauert und individuelle Lösungen klare Abläufe ersetzt. In der Folge habe sich die Mannschaft im Turnierverlauf nicht weiterentwickelt, sondern zunehmend an Stabilität und Selbstvertrauen verloren.
Diese Schwächen offenbarte Nagelsmann rund um die WM
Auch das Wirken des ehemaligen Bundestrainers hatte Anteil am sportlichen Versagen des DFB-Teams. Der 38-Jährige habe durch seine öffentliche Kommunikation früh an Autorität verloren. Seine Kritik am treffsicheren Angreifer Deniz Undav (29) im Frühjahr und dessen spätere Reservistenrolle seien zum Dauerthema geworden und hätten der Glaubwürdigkeit Nagelsmanns geschadet. Als Schwäche des Coaches wird indes das Harmoniebedürfnis beschrieben – Nagelsmann hatte demnach Probleme, klare Entscheidungen zu treffen, Spielern schlechte Nachrichten zu überbringen. Mehrere Nationalspieler hätten eine klare Kommunikation während der Lehrgänge vermisst, sich hingehalten und ignoriert gefühlt.
Manche Spieler haben sich dem Vernehmen nach nicht konsequent an die Vorgaben innerhalb des 3-1-5-1-System gehalten und eigenmächtig rochiert – was Nagelsmann als „zu viel Freestyle“ beklagt hatte. Nagelsmanns Haltung, Ersatzspieler zufriedenzustellen und durch Einwechselungen im dritten Gruppenspiel gegen Ecuador (1:2) die Teamchemie zu fördern, führte dem Report zufolge eher zu Unruhe.
In der externen Kommunikation wirkte Nagelsmann zunehmend gereizt, obwohl sein internes Auftreten als hervorragend beschrieben wird. Ein DFB-Funktionär wird mit den Worten zitiert: „Sein interner Umgang, seine Eloquenz und Vorbereitung waren Weltklasse. Nach außen sah das ganz anders aus. Vielleicht hat ihn die Wucht des Amtes erdrückt, vielleicht kam es zu früh.“ Die Rückkehr von Torwart-Routinier Manuel Neuer (40), die angeblich von Führungsspielern gefordert wurde, erwies sich für den Bundestrainer als zu großer Spagat. Die Gemengelage habe ihn erdrückt, nachdem er den bislang gesetzten Oliver Baumann (36) nicht zu früh habe vergraulen wollen.
Die Rekonstruktion des „Spiegel“ zeichnet das Bild einer Mannschaft, deren Einzelteile trotz generell guter Stimmung nicht mehr als funktionierendes Kollektiv auftraten, sowie eines Coaches, der bei seiner Führung, Kommunikation und dem öffentlichen Auftreten zunehmend an Autorität verlor. Deshalb senkte bei der Aufarbeitung des Turniers auch Sportdirektor Rudi Völler seinen Daumen, nachdem er zuvor stets an der Seite Nagelsmanns gestanden hatte.
Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du Transfermarkt als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf. Füge Transfermarkt hier als bevorzugte Quelle hinzu.
Letzte Beiträge Newsforum
Sorry, aber da müssen sich sämtliche Medienleute auch mal an die eigene Nase fassen!
Zur Einordnung: Als VfB-Fan finde ich Undav natürlich super. Aber ich rege mich auch oft über seine dreckige Spielweise ohne Ball auf und bin froh, dass er für "meinen" Verein spielt. Als Spieler eines gegnerischen Teams würde ich ihn - also seine Spielweise! - wahrscheinlich einfach nur hassen.
Undavs Rolle als Joker und auch Nagelsmanns Begründung(!) fand ich absolut überzeugend. Es waren die Medien, die daraus immer und immer wieder ein scheinbar diskussionswürdiges Thema gemacht haben. Selbes Spiel mit Kimmichs Position. Da fand ich Nagelsmanns öffentlich zur Schau gestellte Gereiztheit und Genervtheit einfach nur nachvollziehbar - und sogar ein bisschen sympathisch.
Viele Menschen in Deutschland schreien doch seit einiger Zeit oft nach einem starken Führer, der einfach mal macht, statt nur rumzulabern. Jetzt hatten wir mal einen solchen "Macher" als Bundestrainer und was tun wir? Wir kritisieren ihn dafür, seine Entscheidungen konsequent durchzuziehen. Klar: Erfolg gibt einem immer recht und im Misserfolg ist alles scheiße. Aber den meisten kann man es eben einfach nie recht machen.
Wundert mich hier lediglich die Bayernspieler als Bumänner zu krönen. ALLE waren unterdurchschnittlich unterwegs. Wer in einem Spiel geglänzt hat, war im nächsten schwach. Das war bei Felix Nmecha oder Undav so. Zu Kimmich frage ich mich was der Mann alles so machen sollte? Rechtsverteidiger, Innenverteidiger, Rechter Flügel, Zentrales Mittelfeld, Defensives Mittelfeld, Ecken, Freistöße, Kapitän, Anführen und Motivieren. Was mussten die anderen so schultern? Warum erwähnt man hier nicht Leroy Sané oder Rüdiger? Die Fehlnominierungen schlechthin. Nicht ein einziges Mal geglänzt. Insgesamt waren alle Spieler zu ängstlich und der Trainer schwach. An dem Thema sich kaputtzukritisieren hilft jetzt auch niemandem. Die Konsequenzen sind gezogen. Den Rest macht der Neue. Mehr gibt es nicht mehr zu sagen
Das wundert dich?
Man hat voll auf die Bayernachse gesetzt und angeblich vor allem durch den Bayernblock auch noch Neuer zurückgeholt. Auch wenn kein anderer geliefert hat, hat man voll auf die Bayernspieler (auch ehemalig; Sané gehört dazu) gesetzt und gehofft, dass die so Spielen wie bei den Bayern. Mit dem Bayernblock war man ja immer so erfolgreich...
Natürlich pickt man sich dann diese Spieler zuerst raus, auch wenn man eigentlich alle in die Pflicht nehmen müsste.
Durch die ganze Vorbereitung seit der EM 2024 konnte sich in meinen Augen keine Hierarchie entwickeln. Selbst das bisschen, das vorhanden war, hat man sich zerstört, weil man den Ex-Kapitän zurückholte. Dass letztendlich dann nur noch Kimmich übrig bleibt, auf dem alles lastet sollte da nicht verwundern. Durch die ganzen Leaks und so glaube ich auch nicht, dass er als Kapitän überhaupt viel Anerkennung hatte. Aber bei dem Team hatte man wohl die Qual der Wahl, da kaum ein anderer in die Rolle zu passen scheint. Mit Abstichen vielleicht noch Schlotterbeck
Das hat auf vielen Ebenen nicht gestimmt und v.a. ist das die Schuld von Nagelsmann
Sehe ich ähnlich.
Kurz zu Kimmich... Ich sehe in ihm auch keinen AV, verstehe aber nicht, dass man jetzt so verwundert ist. In der N11 hat er doch bereits über Jahre diese Position bespielt. Ich kann mich noch sehr gut an Zeiten erinnern, in denen er von zig Bayern Usern als einen der besten AV's dargestellt wurde.
Der vorige User schrieb " was soll der Mann noch alles machen"... und genau das ist das Problem von Kimmich. Er kann einfach nicht anders, das erlaubt sein übertriebener Ehrgeiz nicht.
Er muss sich überall einschalten am liebsten im Offensivbereich und prompt steht man sich auf den Füßen.
Als AV ist er zu langsam und wirkliche Defensivarbeit ist auch nicht sein Ding.
Bei Bayern läuft das und er bekomnt seine Freiräume.
Nur reden wir hier über die N11
Ganz einfach!
Fehlentscheidung vom Schiedsrichter im Spiel gegen Paraguay beim Tah-Treffer zum dann sicherlich entscheidenden 2:1 in der Verlängerung.
Schon wären wir mindestens eine Runde weiter und gegen Frankreich hätte man ausscheiden können.
Schön hätte es nirgendwo Drama gegeben. Außer wir wären 10:0 abgeschossen worden.
Ja es gab noch ziemlich viele andere Gründe warum man sich so schwer tat und man kann diese ganz bestimmt auch anders lösen. Ob es dann wirklich besser geworden wäre, sei mal dahingestellt, aber wir sollten auch damit aufhören immer nur alles negativ zu sehen und alles und jeden zerreißen außer wir wären selbst von Kritik betroffen, denn dann will sich nämlich auch nie einer den Schuh anziehen... Das ist leider ein allgegenwärtiges Gesellschaftsproblem in Deutschland geworden.
Die Presse muss das Spiel natürlich auf die Spitze treiben um Klicks, Likes und somit verbunden Gelder zu generieren. Man sollte es nur lernen irgendwie richtig einzuordnen .
Was bleibt uns jetzt?
Nagelsmann ist weg (ich persönlich finde es richtig) und ein neuer Trainer (vermutlich Klopp) muss übernehmen. Wir müssen ihm einfach vertrauen und machen lassen. Nicht überall Probleme sehen und gleichzeitig nicht sofort denken wir wären die größten aller Zeiten sollten wir mal gegen Spanien oder Frankreich oder sonst wen gewinnen.
Kritikpunkte, die eine schlechte WM herbeigeführt haben sind meines Erachtens
1. Die Nominierung
- kein Rechtsverteidiger deshalb dort Joshua Kimmich
- Antonio Rüdiger trotz aller Eskapaden
- Leroy Sané anstelle von Said El Mala
- Manuel Neuer Rückholaktion und damit einhergehend die Degradierung von Oliver Baumann
- persönliche Lieblinge anstatt nach Leistung zu gehen
- zu viel Prinzip Hoffnung bei den Langzeitverletzten und formschwachen Spielern (Musiala, Havertz, Wirtz)
2. Umgang mit Spielern
- Paradebeispiele sind Deniz Undav, Oliver Baumann und Leon Goretzka, aber auch Angelo Stiller, Nick Woltemade, Jamie Leweling
3. Verletzungspech
- Nico Schlotterbeck, Lennart Karl und Serge Gnabry hätten uns sicher sehr geholfen
- Kai Havertz, Jamal Musiala und auch Manuel Neuer, den es wie gesagt gar nicht bedurft hätte, waren einfach noch nicht wieder auf dem Niveau wie man sie kennt und hätte gebrauchen können
4. Nagelsmann's öffentliche Auftritte
- dünnhäutig, besserwisserisch, nicht selbstreflektierend
5. In-game-coaching
- er bemängelt ein zu langsamen Spielvortrag, das ist richtig, aber geändert wurde irgendwie nichts
- man flankt und flankt und flankt... es passiert nichts neues. Überraschungsmomente = Mangelware
- er schaut sich Leroy Sané die ganze Zeit an, wie er alles mögliche versucht aber nichts gebacken bekommt und versucht es nicht mit einem frischen, neuen und hungrigen Jamie Leweling? Ist mir nicht zu erklären außer mit Prinzip Hoffnung (Warten auf die potentielle Weltklasse eines Sané)
6. Nagelsmann verkompliziert den Fussball
Für einen Vereinstrainer mag das ja mit der Zeit funktionieren aber als Nationaltrainer muss man eher ein Motivator sein um die letzten paar Prozente und den absoluten Siegeswillen aus den Spielern rauszukitzeln.
Möglicherweise liegt uns die USA als Austragungsort einer WM auch einfach nicht. Das ganze drumherum, die Ablenkung, die politischen Kontroversen, dann ist in Amerika Fussball eben auch nur ne "Randsportart".
Football, Basketball, Baseball, Eishockey kommt alles weit vorm Soccer.
Die Spieler sollen jetzt erstmal schnell Abstand gewinnen. Das Kapitel hinter sich lassen und den Blick ungetrübt nach vorne richten.
Neue Gesichter sollten in Erscheinung treten, ein neuer Besen den Laden auffrischen und schon stehen wir auch vor einer fußballerisch hoffentlich wieder erfolgreicheren Zukunft.
Potential ist mehr als genug vorhanden!
Wie oben schon mal erwähnt, man muss nicht alles schwarz malen.
Das Problem liegt eher daran, dass die Leistungsdichte deutlich größer geworden ist.
Frankreich, Spanien, England, Portugal, Argentinien das sind die größten Konkurrenten.
Belgien, Niederlande, Brasilien, Marokko, Kolumbien, Schweiz, USA, Italien, Kroatien und Norwegen sind alle nicht schlecht.
Und auch die vermeintlich kleineren Nationen um Elfenbeinküste, Ecuador, Japan usw. können mittlerweile mit ihren eigenen Mitteln und der passenden Taktik jederzeit jeden schlagen.
Deshalb bin ich der Meinung, das es in Zukunft auch wieder mehr gute alte deutsche Tugenden (Teamgeist, Einsatz, Kraft, Ausdauer) gepaart mit der spielerischen Klasse Bedarf um erfolgreich zu sein.
Entschuldigt bitte die Länge des Textes. Das ist mir einfach so rausgerutscht.
Mit sportlichen Grüßen
- Geb./Alter:
- 08.02.1995 (31)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- FC Bayern München
- Vertrag bis:
- 30.06.2029
- Position:
- Defensives Mittelfeld
- Marktwert:
- 35,00 Mio. €
- Geb./Alter:
- 06.02.1995 (31)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Vereinslos
- Vertrag bis:
- -
- Position:
- Zentrales Mittelfeld
- Marktwert:
- 12,00 Mio. €
- Geb./Alter:
- 23.07.1987 (39)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Vereinslos
- Aktuelle Funktion:
- Trainer
- Gesamtmarktwert:
- 962,00 Mio. €
- Wettbewerb:
- UEFA Nations League A
- Trainer:
- Jürgen Klopp
- Kadergröße:
- 26












