Aktuelle sportliche Lage
20.07.2013 - 09:06 Uhr
17.08.2026 - 09:19 Uhr
Lasst uns dieses Thema abhaken oder in den Talk schieben, es war nicht meine Absicht den Thread mit dieser kleinen Spitze eskalieren zu lassen
auch ihr beide wart nicht gemeint.
auch ihr beide wart nicht gemeint.
17.08.2026 - 09:57 Uhr
Aus meiner Sicht kommt uns aktuell einfach zugute, dass wir -so verrückt das klingt- praktisch keine neuen Spieler ins Team integrieren müssen. Zudem scheint das neue Spielsystem sehr viel besser zum Kader zu passen und dieses konnte 9 Wochen lang mit dem aktuellen Kader einstudiert werden. Bei anderen Teams, die intensiv den Kader umgebaut haben, sieht man deren Anlaufsschwierigkeiten. Die haben wir offenbar nicht.
Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass wir im Moment einen kleinen Vorteil besitzen, was die Eingespieltheit angeht. Diese "Welle" müssen wir möglichst lange reiten und rausholen was geht.
Mittel-und langfristig wird uns die Realität und auch die Qualitätsverluste im Kader einholen, fürchte ich. Wenn es nicht doch noch eine späte Verpflichtung von 2-3 Qualitätsspielern an den neuralgischen Kaderpositionen gibt, dann werden uns Ausfälle Einzelner weit zurückwerfen. Bestes Beispiel ist die Sperre von Deyo, die wir aktuell kaum kompensieren können.
Nichtsdestotrotz bin ich aktuell natürlich sehr zufrieden und die 6 Startpunkte nimmt uns niemand mehr weg. Letztes Jahr haben wir erst am 6. Spieltag diese Marke erreicht und dieser schwachen Startbilanz sind wir die ganze Hinrunde hinterher gelaufen.
Wenn Winkler geht -und das scheint ja fast sicher- dann haben wir eine weitere Baustelle. Wir können auch nicht nur mit U19-Kickern in Buli 2 spielen.
Bin echt gespannt was diese zwei Wochen noch passiert. Abgänge? Zugänge? Pokal? Wie lang wird die Sperre für Deyo?
Hatte aber vor 2 Wochen noch eine deutlich düsterere Erwartung als heute.
Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass wir im Moment einen kleinen Vorteil besitzen, was die Eingespieltheit angeht. Diese "Welle" müssen wir möglichst lange reiten und rausholen was geht.
Mittel-und langfristig wird uns die Realität und auch die Qualitätsverluste im Kader einholen, fürchte ich. Wenn es nicht doch noch eine späte Verpflichtung von 2-3 Qualitätsspielern an den neuralgischen Kaderpositionen gibt, dann werden uns Ausfälle Einzelner weit zurückwerfen. Bestes Beispiel ist die Sperre von Deyo, die wir aktuell kaum kompensieren können.
Nichtsdestotrotz bin ich aktuell natürlich sehr zufrieden und die 6 Startpunkte nimmt uns niemand mehr weg. Letztes Jahr haben wir erst am 6. Spieltag diese Marke erreicht und dieser schwachen Startbilanz sind wir die ganze Hinrunde hinterher gelaufen.
Wenn Winkler geht -und das scheint ja fast sicher- dann haben wir eine weitere Baustelle. Wir können auch nicht nur mit U19-Kickern in Buli 2 spielen.
Bin echt gespannt was diese zwei Wochen noch passiert. Abgänge? Zugänge? Pokal? Wie lang wird die Sperre für Deyo?
Hatte aber vor 2 Wochen noch eine deutlich düsterere Erwartung als heute.
17.08.2026 - 10:28 Uhr
Kann mich nicht daran erinnern wann wir zuletzt mal mit zwei Siegen zum Auftakt gestartet waren, vermutlich in der fast Meistersaison?
Wie schon erwähnt kann uns diese sechs Punkte niemand mehr nehmen. Für die internen Chemie und das zusammenarbeiten des Teams ist so ein Start auch unglaublich wertvoll. Man weiß für was sich die Vorbereitung gelohnt hat, trotz vielem Zweifel links und rechts einiger , möglicherweise auch von der ein oder anderen Spielerseite her, bei so vielen Abgängen. Man hat bis hierhin wohl endlich den richtigen spielerischen Ansatz für das Team gefunden, wo sich jeder Spieler mit identifizieren kann und auch weiß was er zu tun und zu lassen hat. Abducken hinter dem Kollegen davor ist nicht mehr.
Es werden sicher dann auch mal Phasen kommen wo es dann mal wieder nicht so läuft. Desto wichtiger jetzt den Schwung bestenfalls bis zu ersten Länderspielpause mitzunehmen, umso viele Punkte wie möglich schon eingesackt zu haben.
Erstmal genieße ich jetzt die zwei Wochen bis zum nächsten Spiel, beim Blick auf die Tabelle 🙂
Wie schon erwähnt kann uns diese sechs Punkte niemand mehr nehmen. Für die internen Chemie und das zusammenarbeiten des Teams ist so ein Start auch unglaublich wertvoll. Man weiß für was sich die Vorbereitung gelohnt hat, trotz vielem Zweifel links und rechts einiger , möglicherweise auch von der ein oder anderen Spielerseite her, bei so vielen Abgängen. Man hat bis hierhin wohl endlich den richtigen spielerischen Ansatz für das Team gefunden, wo sich jeder Spieler mit identifizieren kann und auch weiß was er zu tun und zu lassen hat. Abducken hinter dem Kollegen davor ist nicht mehr.
Es werden sicher dann auch mal Phasen kommen wo es dann mal wieder nicht so läuft. Desto wichtiger jetzt den Schwung bestenfalls bis zu ersten Länderspielpause mitzunehmen, umso viele Punkte wie möglich schon eingesackt zu haben.
Erstmal genieße ich jetzt die zwei Wochen bis zum nächsten Spiel, beim Blick auf die Tabelle 🙂
17.08.2026 - 15:03 Uhr
Zitat von aufholjaeger
Aber der Mannschaft nicht mal eine Chance zu geben und VOR dem ersten Spiel schon alles schlecht zu reden finde ich der Mannschaft gegenüber nicht fair.
Aber der Mannschaft nicht mal eine Chance zu geben und VOR dem ersten Spiel schon alles schlecht zu reden finde ich der Mannschaft gegenüber nicht fair.
Ahso, du hast aber schon mitbekommen, dass das dieselbe Mannschaft und dieselben Verantwortlichen (Leitl, Weber) sind, wie in den letzten Spielzeiten? Die bereits enttäuscht haben? Das ist es ja: es ist nicht eine neue Mannschaft, der man skeptisch gegeüber steht, es ist die B-Elf der Mannschaft der letzten Saison, die 90% qualvolle Spiele gezeigt und unter den Erwartungen geblieben sind. Jetzt sollten Spieler wie Sessa, Seguin, Thorsteinsson, Schuler also einem weiterhin ein gutes Gefühl geben? Sorry ne
Zitat von aufholjaeger
Hätte man die ersten beide Spiele verloren und schlechte Leistungen gezeigt wären Frust und Sorgen hinsichtlich der laufenden Saison durchaus berechtigt gewesen.
Hätte man die ersten beide Spiele verloren und schlechte Leistungen gezeigt wären Frust und Sorgen hinsichtlich der laufenden Saison durchaus berechtigt gewesen.
Bin kein Fan, voreillig nach 2 Spieltagen irgnedwas beurteilen zu müssen, weder in die eine, noch die andere Richtung. Es ist allerdings natürlich für die Nerven besser, die ersten Spiele nicht verloren zu haben, ändert aber nichts an der Wahrscheinlickeit, dass diese Mannschaft nicht genug Qualität haben könnte um "ruhig" durch die Saison zu kommen. Es gab oft mannschaften, die die ersten Spiele gewonnen haben, nur um dann mit den Qualitätsdefiziten durchgereicht und bis Ende der Saison in den Abstiegskampf zu fallen.
Zitat von aufholjaeger
Selbst wenn Winkler geht und Gechter gehen würde und kein Neuzugang mehr kommt hätte ich keine "Sorgen" um die Mannschaft.
Selbst wenn Winkler geht und Gechter gehen würde und kein Neuzugang mehr kommt hätte ich keine "Sorgen" um die Mannschaft.
Okay. Ohne Winkler und ohne Gechter und OHNE Nezugängae würdest du dir keine Sorgen machen? Entschuldige, was? Wir hatten schon vor Abgängen Schwachstellen, wir verlieren irgendwie über 10 Spieler und du sagst, du würdest dir keine Sorgen machen? Wer spielt für Winkler? Adewumi? Für Gechter? Bruder Zitterfuß Klemens? selbst wenn: wer kommt dann für die beiden rein? Ndi und Diallo? Und da würdest du kein Risiko sehen/dir Sorgen machen? Sorry das hat nichts mit Vernünftiger Einschätzung zu tun. Das ist irrationaler Optimismus.
Zitat von aufholjaeger
Und das ist auch den Verantwortlichen klar wie Leitl schon mehrfach betont hat.
Und das ist auch den Verantwortlichen klar wie Leitl schon mehrfach betont hat.
ER sagt das seit Wochen, passieren tut nichts bis auf eine Leihe. Lauter Absagen und keine Verpflichtungen. Da macht man sich keine Sorgen ja? Wenn alle anderen Pessimisten sind, bist du dann einfach ein hoffnungsloser Optimist. Die wahrscheinlickeit steigt, dass die Transfers immer mehr "Paniktransfers" werden könnten, da die "Profile/Wunschspieler" vom Markt sind.
Zitat von aufholjaeger
Kurzer Side Fact:
Die KI sieht uns nach dem 2. Spieltag in der Saisonprognose als Favorit auf Platz 1.
Kurzer Side Fact:
Die KI sieht uns nach dem 2. Spieltag in der Saisonprognose als Favorit auf Platz 1.
Völlig egal und bedeutungslos, was die KI "denkt". Das ist kein "fact". 🫡
18.08.2026 - 12:09 Uhr
Die Sommerpause hat uns allen einiges an Nerven gekostet. 13 Abgänge, darunter gefühlt das gesamte Herzstück der letzten Saison mit Reese, Cuisance, Ernst und Eichhorn, dem gegenüber nur ein einziger externer Neuzugang. Fast jeder von uns ist mit massiven Bauchschmerzen in diese Spielzeit gegangen. Wenn man dann sieht, dass in den ersten zwei Spielen exakt die Jungs auf dem Platz standen, die letztes Jahr schon da waren, wirkte das im ersten Moment wie eine absolute Mangelverwaltung.
Aber was bitte war das für ein Statement gegen Heidenheim? Wer diese erste Halbzeit gesehen hat, der hat seinen Augen kaum getraut. Einen Bundesliga-Absteiger im eigenen Stadion nach allen Regeln der Kunst in seine Einzelteile zu zerlegen, war Anschauungsunterricht in Sachen Fußball.
Letzte Saison war unser Spiel absolut ausrechenbar. Der Matchplan wirkte wie auf Schienen verlegt: Ball auf die linke Seite zu Reese, Flügeldurchbruch, Haken nach innen, Flanke. Das ging 15 bis 20 Mal pro Spiel so. Wenn Reese gedoppelt wurde oder einfach keinen Sahnetag hatte, war unser komplettes Offensivspiel gelähmt. Wir waren extrem leicht zu verteidigen. Genau da liegt jetzt der riesige Vorteil für Stefan Leitl. Ohne diese fixierte Anspielstation muss die gegnerische Abwehrkette plötzlich vier oder fünf verschiedene Bewegungsabläufe gleichzeitig absichern. Das Feld wird breiter, Räume im Halbraum werden frei, und für das Trainerteam eröffnen sich völlig neue, flexible Matchpläne.
Wenn solche übermächtigen Köpfe wie Reese oder Cuisance die Kabine verlassen, bedeutet das nicht nur Verlust, sondern setzt enorme Kräfte frei. Spieler aus der zweiten Reihe werden nicht mehr von diesem enormen Erwartungsdruck und der Strahlkraft der Stars erdrückt. Sie dürfen endlich Verantwortung übernehmen. Man spürt richtig, wie die Mannschaft zurück zu den Grundlagen der 2. Liga findet: Zweikampfhärte, unbedingter Wille und eine Einer-für-Alle-Mentalität. Wenn du diese Basics auf den Platz bringst und als echtes Kollektiv marschierst, entwickelst du eine Eigendynamik, die jede Einzelspieler-Qualität aufwiegen kann.
Ein entscheidender Faktor ist dabei auch der Wandel in der Kapitänsrolle. Schaut man abseits der reinen Scorerpunkte auf die Daten, war Reese schon letztes Jahr nicht mehr der überragende Ausnahmespieler seiner ersten Saison. Wenn man seine Aktionen im Verhältnis zum tatsächlichen Ertrag setzt, relativiert sich vieles. Zudem war das Verhalten auf dem Platz ein riesiges Thema: Ständiges Anschreien und Anschnauzen der Mitspieler bei verunglückten Aktionen, selbst wenn vorher ein unsauberes Zuspiel von ihm kam. Wenn du eigene Großchancen am Fließband vergibst, aber Teamkollegen nach einem Fehler sofort zusammenscheißt, zerstört das jegliches Selbstvertrauen im Kader. Die Spieler trauen sich nichts mehr zu, aus Angst, wieder abgekanzelt zu werden.
Dass unser neuer Kapitän Brekalo diese Rolle völlig anders interpretiert, tut der Truppe spürbar gut. Er stellt sich komplett in den Dienst der Mannschaft, arbeitet diszipliniert mit nach hinten und lebt vor, dass das Kollektiv über der Einzelperson steht. Wenn heute ein Ball verloren geht, rennt sofort der Nebenmann für den Kollegen im Gegenpressing hinterher.
Wie drastisch sich diese Einstellung auswirkt, zeigen die Zahlen aus dem Heidenheim-Spiel. In der ersten Halbzeit hatten wir stellenweise eine Zeit für die Ballrückgewinnung von unter 10 Sekunden. In Kombination mit einer phasenweisen Zweikampfquote von rund 75 Prozent ist das absolutes Topniveau im Profifußball. Ballrückgewinnungen in unter 10 Sekunden sind der ultimative Beleg für ein funktionierendes Kollektiv. So ein Wert entsteht nicht durch Einzelaktionen, sondern nur dann, wenn nach einem Ballverlust die Abstände perfekt stimmen und sofort zwei bis drei Spieler als Einheit nachschieben.
Genau dieser Freiraum zeigt sich jetzt bei Akteuren, die letzte Saison völlig außen vor waren oder ihr Potenzial nie konstant abrufen konnten. Ein Eitschberger auf der Rechtsverteidiger-Position zeigt plötzlich genau die Klasse, die man ihm zwar immer zugetraut, aber selten konstant gesehen hat. Kolbe stabilisiert die Innenverteidigung mit einer Souveränität, die begeistert.
Besonders krass ist die Personalie Gröning. Letzte Saison hat er kaum eine Rolle gespielt. Wenn er mal auf dem Platz stand, war das ehrlich gesagt ziemlich schwach, weshalb man sich zwischen Hoffnung und Frust gefragt hat, was mit ihm ist. Jetzt steht er plötzlich im Sturmzentrum, macht die Bälle fest, verteilt sie intelligent und knipst auch noch verlässlich. Das ist wirklich ein enorm großer Sprung, den er da gemacht hat, und es zeigt, was Vertrauen und ein funktionierendes System bewirken können.
Zwei weitere Faktoren, die mir extrem positiv auffallen, betreffen das direkte Umfeld des Kaders. Die medizinische Abteilung wurde komplett ausgetauscht, und das macht sich sofort bemerkbar. Die Jungs wirken fitter, spritziger und wir sind im Gegensatz zu den Vorjahren ohne das gewohnte Lazarett aus der Vorbereitung gekommen.
Zudem hat sich bei den Standardsituationen etwas Entscheidendes getan. Nach der Freistellung von Ebert weht hier ein völlig neuer Wind. In den ersten zwei Spielen haben wir eine Variationsvielfalt bei Ecken und Freistößen gesehen, die gefühlt die gesamte Ausbeute der letzten Saison in den Schatten stellt. Das ist extrem unberechenbar und schafft sofort Torgefahr aus dem Nichts.
Das ganze Szenario erinnert mich massiv an die sogenannte Ewing-Theorie aus dem US-Sport. Diese besagt, dass Teams nach dem Abgang ihres absolut dominanten Starspielers überraschend stärkere und unberechenbare Kollektive werden. Das passiert, weil sich die Mitspieler unbewusst nicht mehr hinter dem Star verstecken können. Die Last wird auf elf Schultern verteilt. Gleichzeitig verliert der Gegner seinen klaren Fokus in der Spielvorbereitung, weil er nicht mehr nur einen Schlüsselspieler ausschalten muss.
Niemand behauptet, dass das jetzt ein Selbstläufer wird. Wir haben zwei Spieltage hinter uns und ein finales Fazit wäre völlig verfrüht. Die Bank ist extrem jung, und wenn uns verletzungsbedingt zwei oder drei Stützen wegbrechen, wird man sehen, wie sattelfest die Nachwuchsjungs unter echtem Zweitliga-Druck sind. Das Risiko ist real und fährt jeden Spieltag mit.
Aber die 2. Liga wird im Kopf entschieden. Diese Leichtigkeit und dieses Momentum entstehen natürlich primär dadurch, dass im Kollektiv jeder für jeden kämpft und läuft. Gleichzeitig braucht es jetzt aber auch die passenden Ergebnisse und Siege, um genau dieses Selbstvertrauen in die neue Spielweise nachhaltig zu festigen. Wenn wir diesen Flow mitnehmen, kann er uns über eine lange Strecke der Saison tragen.
Aber was bitte war das für ein Statement gegen Heidenheim? Wer diese erste Halbzeit gesehen hat, der hat seinen Augen kaum getraut. Einen Bundesliga-Absteiger im eigenen Stadion nach allen Regeln der Kunst in seine Einzelteile zu zerlegen, war Anschauungsunterricht in Sachen Fußball.
Letzte Saison war unser Spiel absolut ausrechenbar. Der Matchplan wirkte wie auf Schienen verlegt: Ball auf die linke Seite zu Reese, Flügeldurchbruch, Haken nach innen, Flanke. Das ging 15 bis 20 Mal pro Spiel so. Wenn Reese gedoppelt wurde oder einfach keinen Sahnetag hatte, war unser komplettes Offensivspiel gelähmt. Wir waren extrem leicht zu verteidigen. Genau da liegt jetzt der riesige Vorteil für Stefan Leitl. Ohne diese fixierte Anspielstation muss die gegnerische Abwehrkette plötzlich vier oder fünf verschiedene Bewegungsabläufe gleichzeitig absichern. Das Feld wird breiter, Räume im Halbraum werden frei, und für das Trainerteam eröffnen sich völlig neue, flexible Matchpläne.
Wenn solche übermächtigen Köpfe wie Reese oder Cuisance die Kabine verlassen, bedeutet das nicht nur Verlust, sondern setzt enorme Kräfte frei. Spieler aus der zweiten Reihe werden nicht mehr von diesem enormen Erwartungsdruck und der Strahlkraft der Stars erdrückt. Sie dürfen endlich Verantwortung übernehmen. Man spürt richtig, wie die Mannschaft zurück zu den Grundlagen der 2. Liga findet: Zweikampfhärte, unbedingter Wille und eine Einer-für-Alle-Mentalität. Wenn du diese Basics auf den Platz bringst und als echtes Kollektiv marschierst, entwickelst du eine Eigendynamik, die jede Einzelspieler-Qualität aufwiegen kann.
Ein entscheidender Faktor ist dabei auch der Wandel in der Kapitänsrolle. Schaut man abseits der reinen Scorerpunkte auf die Daten, war Reese schon letztes Jahr nicht mehr der überragende Ausnahmespieler seiner ersten Saison. Wenn man seine Aktionen im Verhältnis zum tatsächlichen Ertrag setzt, relativiert sich vieles. Zudem war das Verhalten auf dem Platz ein riesiges Thema: Ständiges Anschreien und Anschnauzen der Mitspieler bei verunglückten Aktionen, selbst wenn vorher ein unsauberes Zuspiel von ihm kam. Wenn du eigene Großchancen am Fließband vergibst, aber Teamkollegen nach einem Fehler sofort zusammenscheißt, zerstört das jegliches Selbstvertrauen im Kader. Die Spieler trauen sich nichts mehr zu, aus Angst, wieder abgekanzelt zu werden.
Dass unser neuer Kapitän Brekalo diese Rolle völlig anders interpretiert, tut der Truppe spürbar gut. Er stellt sich komplett in den Dienst der Mannschaft, arbeitet diszipliniert mit nach hinten und lebt vor, dass das Kollektiv über der Einzelperson steht. Wenn heute ein Ball verloren geht, rennt sofort der Nebenmann für den Kollegen im Gegenpressing hinterher.
Wie drastisch sich diese Einstellung auswirkt, zeigen die Zahlen aus dem Heidenheim-Spiel. In der ersten Halbzeit hatten wir stellenweise eine Zeit für die Ballrückgewinnung von unter 10 Sekunden. In Kombination mit einer phasenweisen Zweikampfquote von rund 75 Prozent ist das absolutes Topniveau im Profifußball. Ballrückgewinnungen in unter 10 Sekunden sind der ultimative Beleg für ein funktionierendes Kollektiv. So ein Wert entsteht nicht durch Einzelaktionen, sondern nur dann, wenn nach einem Ballverlust die Abstände perfekt stimmen und sofort zwei bis drei Spieler als Einheit nachschieben.
Genau dieser Freiraum zeigt sich jetzt bei Akteuren, die letzte Saison völlig außen vor waren oder ihr Potenzial nie konstant abrufen konnten. Ein Eitschberger auf der Rechtsverteidiger-Position zeigt plötzlich genau die Klasse, die man ihm zwar immer zugetraut, aber selten konstant gesehen hat. Kolbe stabilisiert die Innenverteidigung mit einer Souveränität, die begeistert.
Besonders krass ist die Personalie Gröning. Letzte Saison hat er kaum eine Rolle gespielt. Wenn er mal auf dem Platz stand, war das ehrlich gesagt ziemlich schwach, weshalb man sich zwischen Hoffnung und Frust gefragt hat, was mit ihm ist. Jetzt steht er plötzlich im Sturmzentrum, macht die Bälle fest, verteilt sie intelligent und knipst auch noch verlässlich. Das ist wirklich ein enorm großer Sprung, den er da gemacht hat, und es zeigt, was Vertrauen und ein funktionierendes System bewirken können.
Zwei weitere Faktoren, die mir extrem positiv auffallen, betreffen das direkte Umfeld des Kaders. Die medizinische Abteilung wurde komplett ausgetauscht, und das macht sich sofort bemerkbar. Die Jungs wirken fitter, spritziger und wir sind im Gegensatz zu den Vorjahren ohne das gewohnte Lazarett aus der Vorbereitung gekommen.
Zudem hat sich bei den Standardsituationen etwas Entscheidendes getan. Nach der Freistellung von Ebert weht hier ein völlig neuer Wind. In den ersten zwei Spielen haben wir eine Variationsvielfalt bei Ecken und Freistößen gesehen, die gefühlt die gesamte Ausbeute der letzten Saison in den Schatten stellt. Das ist extrem unberechenbar und schafft sofort Torgefahr aus dem Nichts.
Das ganze Szenario erinnert mich massiv an die sogenannte Ewing-Theorie aus dem US-Sport. Diese besagt, dass Teams nach dem Abgang ihres absolut dominanten Starspielers überraschend stärkere und unberechenbare Kollektive werden. Das passiert, weil sich die Mitspieler unbewusst nicht mehr hinter dem Star verstecken können. Die Last wird auf elf Schultern verteilt. Gleichzeitig verliert der Gegner seinen klaren Fokus in der Spielvorbereitung, weil er nicht mehr nur einen Schlüsselspieler ausschalten muss.
Niemand behauptet, dass das jetzt ein Selbstläufer wird. Wir haben zwei Spieltage hinter uns und ein finales Fazit wäre völlig verfrüht. Die Bank ist extrem jung, und wenn uns verletzungsbedingt zwei oder drei Stützen wegbrechen, wird man sehen, wie sattelfest die Nachwuchsjungs unter echtem Zweitliga-Druck sind. Das Risiko ist real und fährt jeden Spieltag mit.
Aber die 2. Liga wird im Kopf entschieden. Diese Leichtigkeit und dieses Momentum entstehen natürlich primär dadurch, dass im Kollektiv jeder für jeden kämpft und läuft. Gleichzeitig braucht es jetzt aber auch die passenden Ergebnisse und Siege, um genau dieses Selbstvertrauen in die neue Spielweise nachhaltig zu festigen. Wenn wir diesen Flow mitnehmen, kann er uns über eine lange Strecke der Saison tragen.
18.08.2026 - 13:51 Uhr
@ColeWorld
Danke für deine so ausführliche ins Detail hineingehende Zwischenbilanz.
Du bringst genau das auf den Punkt was hier auch immer wieder angesprochen wurde. Es geht nur übers Kollektiv. Mit einem Spieler, der sich zudem noch wichtiger als die Mannschaft nimmt, wirst du keine Erfolge feiern können. Typische Reese Aktionen konnten definitiv immer mal wieder für Begeisterung sorgen, aber das waren doch eher die Ausnahmemomente.
Wir spielten ein System was maximal ausrechenbar ist, nebenbei ist es langweilig und zudem noch nicht Mal erfolgreich.
Wie auch oftmals erwähnt finde ich Reeses spielerischen Möglichkeiten noch immer recht überschaubar. Hast du einen vernünftigen Gegner steht dein Spiel mit alles über Reese ganz schnell still.
Da Leitl's Idee mit Reese und Cuisance keine wirkliche Idee war, bin ich jetzt umso beeindruckter, welchen Fußball ⚽ wir in den ersten Spielen haben phasenweise spielen lassen.
Für mich ein großes Indiz das Leitl nicht resistent ist weiterhin dazuzulernen und einen Co. vollumfänglich als Bereicherung zuzulassen. Ich denke Schumacher hat Leitl einfach mit seiner Klarheit und seinen Ideen, bestimmte Dinge zu ändern, schnell überzeugen können.
Nicht nur Leitl auch die Jungs scheinen diesem neuen Ansatz des Fußballspielens zu vertrauen.
Na klar werden Rückschläge kommen, aber jetzt hat man wenigstens mal Hoffnung und erkennt zudem, dass all das was hier lange immer wieder für Kopfschütteln gesorgt hat auch auf Führungsebene endlich erkannt wurde.
Sei es die Med. Abteilung, die Wichtigkeit der Standards oder hoffentlich auch unser Scouting.
Adewumi ist erstmal ein sehr interessanter Vorgeschmack, ich hoffe Huber wird uns jetzt bald seine weiteren Ideen vorstellen.
Anschließend kann man dann auch die Görlich/Huber Strategie ein wenig bewerten.
Bis dahin lief vieles erstmal unerwartet Top was uns vermutlich alle ein wenig oder ein wenig mehr richtig begeistert.
Spannend wird es werden sollte zeitnah und unerwartet ein Rückschlag kommen was wir natürlich nicht hoffen wollen, aber was macht das dann mit der Mannschaft 🤔
Noch fühlt sich unsere neue Hertha sehr zart aber durchaus vielversprechend an.
Mutig, gallig und kreativ haben wir jetzt endlich mal nach langer Durststrecke wieder erleben dürfen nun bitte nur noch mit konstanz füllen und weiter Punkte sammeln.
Danke für deine so ausführliche ins Detail hineingehende Zwischenbilanz.
Du bringst genau das auf den Punkt was hier auch immer wieder angesprochen wurde. Es geht nur übers Kollektiv. Mit einem Spieler, der sich zudem noch wichtiger als die Mannschaft nimmt, wirst du keine Erfolge feiern können. Typische Reese Aktionen konnten definitiv immer mal wieder für Begeisterung sorgen, aber das waren doch eher die Ausnahmemomente.
Wir spielten ein System was maximal ausrechenbar ist, nebenbei ist es langweilig und zudem noch nicht Mal erfolgreich.
Wie auch oftmals erwähnt finde ich Reeses spielerischen Möglichkeiten noch immer recht überschaubar. Hast du einen vernünftigen Gegner steht dein Spiel mit alles über Reese ganz schnell still.
Da Leitl's Idee mit Reese und Cuisance keine wirkliche Idee war, bin ich jetzt umso beeindruckter, welchen Fußball ⚽ wir in den ersten Spielen haben phasenweise spielen lassen.
Für mich ein großes Indiz das Leitl nicht resistent ist weiterhin dazuzulernen und einen Co. vollumfänglich als Bereicherung zuzulassen. Ich denke Schumacher hat Leitl einfach mit seiner Klarheit und seinen Ideen, bestimmte Dinge zu ändern, schnell überzeugen können.
Nicht nur Leitl auch die Jungs scheinen diesem neuen Ansatz des Fußballspielens zu vertrauen.
Na klar werden Rückschläge kommen, aber jetzt hat man wenigstens mal Hoffnung und erkennt zudem, dass all das was hier lange immer wieder für Kopfschütteln gesorgt hat auch auf Führungsebene endlich erkannt wurde.
Sei es die Med. Abteilung, die Wichtigkeit der Standards oder hoffentlich auch unser Scouting.
Adewumi ist erstmal ein sehr interessanter Vorgeschmack, ich hoffe Huber wird uns jetzt bald seine weiteren Ideen vorstellen.
Anschließend kann man dann auch die Görlich/Huber Strategie ein wenig bewerten.
Bis dahin lief vieles erstmal unerwartet Top was uns vermutlich alle ein wenig oder ein wenig mehr richtig begeistert.
Spannend wird es werden sollte zeitnah und unerwartet ein Rückschlag kommen was wir natürlich nicht hoffen wollen, aber was macht das dann mit der Mannschaft 🤔
Noch fühlt sich unsere neue Hertha sehr zart aber durchaus vielversprechend an.
Mutig, gallig und kreativ haben wir jetzt endlich mal nach langer Durststrecke wieder erleben dürfen nun bitte nur noch mit konstanz füllen und weiter Punkte sammeln.
19.08.2026 - 13:18 Uhr
Das wichtigste wird erstmal sein nicht den alten Hertha-Schlendrian einkehren zu lassen und zu schnell zufrieden zu sein. Dass wir aus den ersten beiden Spielen 6 Punkte holen hätte ich mir nie gedacht-für mich sind diese aber ebenfalls erstmal ein Polster nach unten und noch nicht mehr. Jetzt kommt erstmal das Pokalspiel in Saarbrücken, bei dem man dann als Favorit gerade nach dem guten Start schon mehr Druck hat. Ein Weiterkommen wäre sehr wichtig, vor allem für das Gefühl, aber auch um nochmal ein bisschen mehr Geld einzunehmen (idR wird ja auch mit der 2.Runde kalkuliert bei den Einnahmen). Anschließend kommen im nächsten Block Braunschweig, Magdeburg, Osnabrück und Dresden als Gegner-alles durchaus machbar, man wird aber als Verein mit großem Namen nach dem guten Start von den Gegnern womöglich schon wieder etwas anders wahrgenommen werden als wenn man den Start in den Sand gesetzt hätte. Hier wird man dann sehen wie stabil die Mannschaft ist, ob sie auch in Situationen mit mehr Druck klarkommt und wie sie mit Rückschlägen umgeht. Weiterhin werden wir auch sehen müssen wie man nun mit dem Abgang von Winkler sowie der Sperre von Zeefuik umgehen kann. Es sind also noch sehr viele Fragezeichen, aber man darf dennoch die aktuelle Situation erstmal ein wenig genießen-am besten aber ohne gleich zu hohe Erwartungen zu haben.
19.08.2026 - 14:24 Uhr
Zitat von ColeWorld
Das ganze Szenario erinnert mich massiv an die sogenannte Ewing-Theorie aus dem US-Sport. Diese besagt, dass Teams nach dem Abgang ihres absolut dominanten Starspielers überraschend stärkere und unberechenbare Kollektive werden. Das passiert, weil sich die Mitspieler unbewusst nicht mehr hinter dem Star verstecken können.
Das ganze Szenario erinnert mich massiv an die sogenannte Ewing-Theorie aus dem US-Sport. Diese besagt, dass Teams nach dem Abgang ihres absolut dominanten Starspielers überraschend stärkere und unberechenbare Kollektive werden. Das passiert, weil sich die Mitspieler unbewusst nicht mehr hinter dem Star verstecken können.
Nicht nur das, aber ein Spieler wie Reese hemmt oder ruiniert auch oft die Entscheidungsfindung der Mitspieler, da diese sich bei jedem Ballbesitz genoetigt fuehlen, den Ball so schnell wie moeglich zu ihrem "Superstart" zu spielen, obwohl es wesentlich bessere Optionen gibt. Besonders, wenn dieser Superstar so wie Reese regelmaessig aus der Haut faehrt, weil er mal nicht den Ball bekommen hat. Ein sauberer Spielaufbau mit intelligenten Entscheidungen ist da quasi unmoeglich und deshalb sah es letzte Saison auch so berechenbar und planlos aus.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Toto-BSC am 19.08.2026 um 14:26 Uhr bearbeitet
19.08.2026 - 15:10 Uhr
Zitat von Toto-BSC
Nicht nur das, aber ein Spieler wie Reese hemmt oder ruiniert auch oft die Entscheidungsfindung der Mitspieler, da diese sich bei jedem Ballbesitz genoetigt fuehlen, den Ball so schnell wie moeglich zu ihrem "Superstart" zu spielen, obwohl es wesentlich bessere Optionen gibt. Besonders, wenn dieser Superstar so wie Reese regelmaessig aus der Haut faehrt, weil er mal nicht den Ball bekommen hat. Ein sauberer Spielaufbau mit intelligenten Entscheidungen ist da quasi unmoeglich und deshalb sah es letzte Saison auch so berechenbar und planlos aus.
Zitat von ColeWorld
Das ganze Szenario erinnert mich massiv an die sogenannte Ewing-Theorie aus dem US-Sport. Diese besagt, dass Teams nach dem Abgang ihres absolut dominanten Starspielers überraschend stärkere und unberechenbare Kollektive werden. Das passiert, weil sich die Mitspieler unbewusst nicht mehr hinter dem Star verstecken können.
Das ganze Szenario erinnert mich massiv an die sogenannte Ewing-Theorie aus dem US-Sport. Diese besagt, dass Teams nach dem Abgang ihres absolut dominanten Starspielers überraschend stärkere und unberechenbare Kollektive werden. Das passiert, weil sich die Mitspieler unbewusst nicht mehr hinter dem Star verstecken können.
Nicht nur das, aber ein Spieler wie Reese hemmt oder ruiniert auch oft die Entscheidungsfindung der Mitspieler, da diese sich bei jedem Ballbesitz genoetigt fuehlen, den Ball so schnell wie moeglich zu ihrem "Superstart" zu spielen, obwohl es wesentlich bessere Optionen gibt. Besonders, wenn dieser Superstar so wie Reese regelmaessig aus der Haut faehrt, weil er mal nicht den Ball bekommen hat. Ein sauberer Spielaufbau mit intelligenten Entscheidungen ist da quasi unmoeglich und deshalb sah es letzte Saison auch so berechenbar und planlos aus.
Genau das habe ich letzte Saison immer vermutet, dass andere extrem unter Druck standen die Bälle frühzeitig an Reese oder Cuisance abzugeben, um sich möglichen Ärger zu ersparen. Das hat man deutlich bei Karbownick und Zeefuik gesehen, die sehr oft den Ball im letzten Drittel Reese gegeben haben und selbst viel zu selten von ihm den Ball zurückbekommen haben, obwohl sie völlig freistanden. Das macht schon mit einem etwas und irgendwann sagst du dir dann auch, mach den Mist alleine für dich mache ich keine Drecksarbeit mehr.
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