DFB und DFB-Teams

Blick auf die Konkurrenz

05.11.2015 - 20:22 Uhr
Blick auf die Konkurrenz |#611
15.07.2026 - 14:04 Uhr
Zitat von Schilkseeschnack

Zitat von Bazzu

Zitat von Schilkseeschnack

Man kann spekulieren und behaupten, dass der FIFA eine Finalpaarung Mbappé vs. Messi bevorzugen würde.
Für mich ist das Halbfinale Frankreich - Spanien das vorweggenommene Finale.


Für mich überhaupt nicht. Frankreich wird sich gegen Spanien mMn durchsetzen, da Spanien ganz unbemerkt gar kein sooo supertolles Turnier spielt (in meinen Augen). England wird gegen Frankreich dann im Finale das Mittelfeld beherrschen, was die frz. Offensivreihe ziemlich binden wird. Wenn Harry dann ein paar Chancen bekommt - vllt ist dann tatsächlich der Tag gekommen.

Hat England schon das Halbfinale gegen Argentinien gewonnen? Habe ich das Spiel verpennt?😅Vielleicht sollte ich weniger Pilze essen.
Davon abgesehen, musste England in jedem K.O.-Spiel bereits ans Limit gehen, Frankreich noch nicht wirklich, d.h. für Frankreich gibt es noch ein Steigerungspotenzial.
So dominant fand ich das englische Mittelfeld bisher nicht, da der Ball oft dem Gegner überlassen wird. Selbst gegen DR Kongo gab es einige Phasen, in denen England überhaupt nicht dominant war.


Ich hätte euch mal eben in meine Posts hier mit reinnehmen sollen.

Die Essenz meiner Posts: Es relativiert sich alles im Turnierverlauf doch ziemlich, finde ich.
Keine der Mannschaften ist eine konstante Übermannschaft.

Frankreich: Zerstört gestern.
Spanien: Gestern sehr stark, gegen Belgien und Portugal sah es ganz anders aus.
England und Argentinien: Beide, wie gesehen, auch keine Übermannschaften, schon mit echten Problemen bisher.

Wie das jetzt am Ende ausgehen wird ist für mich komplett unklar. Du kannst es aus den Spielen vorher nicht ableiten. Zu wechselhaft bei allen, je nach Gegner. And that's the beauty.

Aus deutscher Sicht (und das ist immer meine Sicht) tun wir gut daran, keine dieser Mannschaften der Weltelite zu überhöhen. Wenn Klopp es schafft, uns den Charakter eines fragilen Orchesters zu nehmen und aus uns eine kompakte Heavy-Metal-Football-Einheit macht, die Intensität, Pressing, Defensive kann (ist mit dem Personal möglich), dann können wir in dem Konzert absolut mitspielen. Sage ich.

•     •     •

"Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert."

96. KSV Holstein. St. Pauli. Passt nicht zusammen? Mir egal.
Starke Sympathien für: Freiburg, Werder, Union, IFK Göteborg, Örebro SK. Blågult.
Am meisten jedoch: Fan der deutschen Nationalmannschaft.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Walloschke_B am 15.07.2026 um 14:05 Uhr bearbeitet
Blick auf die Konkurrenz |#612
15.07.2026 - 16:08 Uhr
Zitat von Walloschke_B
Zitat von Schilkseeschnack

Zitat von Bazzu

Zitat von Schilkseeschnack

Man kann spekulieren und behaupten, dass der FIFA eine Finalpaarung Mbappé vs. Messi bevorzugen würde.
Für mich ist das Halbfinale Frankreich - Spanien das vorweggenommene Finale.


Für mich überhaupt nicht. Frankreich wird sich gegen Spanien mMn durchsetzen, da Spanien ganz unbemerkt gar kein sooo supertolles Turnier spielt (in meinen Augen). England wird gegen Frankreich dann im Finale das Mittelfeld beherrschen, was die frz. Offensivreihe ziemlich binden wird. Wenn Harry dann ein paar Chancen bekommt - vllt ist dann tatsächlich der Tag gekommen.

Hat England schon das Halbfinale gegen Argentinien gewonnen? Habe ich das Spiel verpennt?😅Vielleicht sollte ich weniger Pilze essen.
Davon abgesehen, musste England in jedem K.O.-Spiel bereits ans Limit gehen, Frankreich noch nicht wirklich, d.h. für Frankreich gibt es noch ein Steigerungspotenzial.
So dominant fand ich das englische Mittelfeld bisher nicht, da der Ball oft dem Gegner überlassen wird. Selbst gegen DR Kongo gab es einige Phasen, in denen England überhaupt nicht dominant war.


Ich hätte euch mal eben in meine Posts hier mit reinnehmen sollen.

Die Essenz meiner Posts: Es relativiert sich alles im Turnierverlauf doch ziemlich, finde ich.
Keine der Mannschaften ist eine konstante Übermannschaft.

Frankreich: Zerstört gestern.
Spanien: Gestern sehr stark, gegen Belgien und Portugal sah es ganz anders aus.
England und Argentinien: Beide, wie gesehen, auch keine Übermannschaften, schon mit echten Problemen bisher.

Wie das jetzt am Ende ausgehen wird ist für mich komplett unklar. Du kannst es aus den Spielen vorher nicht ableiten. Zu wechselhaft bei allen, je nach Gegner. And that's the beauty.

Das stimmt, kann man nicht. Belgien wäre gegen den Senegal im Normalfall nach 0:2 ausgeschieden, bevor man im VF gegen Spanien ein enges Spiel lieferte.
England hat Resilienz bewiesen und stets den entscheidenden Punch durch die Unterschiedsspieler Kane und Bellingham gehabt.
Argentinien hat Messi und das Spielglück auf seiner Seite.
Frankreich hat bis gestern ein souveränes Turnier gezeigt und das erste Mal gegen das Kryptonit Spanien versagt.
Spanien nur mit einem Gegentor, gegen Belgien mit dem Lucky Punch, gegen Portugal wenig zugelassen und mit einem genialen Spielzug das Spiel entschieden.

Zitat von Walloschke_B
Aus deutscher Sicht (und das ist immer meine Sicht) tun wir gut daran, keine dieser Mannschaften der Weltelite zu überhöhen. Wenn Klopp es schafft, uns den Charakter eines fragilen Orchesters zu nehmen und aus uns eine kompakte Heavy-Metal-Football-Einheit macht, die Intensität, Pressing, Defensive kann (ist mit dem Personal möglich), dann können wir in dem Konzert absolut mitspielen. Sage ich.

Du hast ja recht, mit der Einschränkung, dass wir mit Ausnahme der Heim-EM seit 2016 den Nimbus der Turniermannschaft verloren haben, wofür es eine Reihe von bereits bekannten Gründen gibt, die ich hier nicht aufzählen will. Abgesehen davon, dass viele Teams aufgeholt haben und die Unterschiede minimal ausfallen können, schaffen es eben nur die anderen sich durch ein Turnier zu kämpfen oder zu rumpeln, was in der Vergangenheit eine deutsche Tugend gewesen ist. Deshalb triftt die berühmte Definition des Spiels von Gary Lineker auch nicht mehr zu. Möglicherweise zahlt Deutschland das jahrzehntelange Spielglück in Turnieren seit 2018 quasi als Ausgleich kontinuierlich wieder zurück und zur Zeit sind eben die anderen mit Erfolgen dran.

Vorbehaltlich des Ausgangs des Finales kann man Spanien schon hervorheben, weil es mich beeindruckt, wie das Team im Kollektiv durch perfektes Pass- und Positionsspiel, gepaart mit einem fast fehlerlosen Pressing und Gegenpressing, mit der kürzesten Rückeroberungszeit nach einem Ballverlust und dabei ohne die Weltklasseoffensive der EM agiert und gestern die Offensive mit dem für mich größten Potenzial nicht ins Spiel kommen ließ.
Bei Frankreich würde gerne einen Guardiola sehen, der sich mit diesem Kader versucht, was nicht passieren dürfte.
Bei der deutschen Mannschaft muss ich nüchtern festhalten, dass wir weder Unterschiedsspieler, noch Mentalität, noch Spielglück, noch den geeigneten Trainer für dieses Turnier hatten. Natürlich hätte es für ein Achtelfinale reichen können, doch ein Titelkandidat war dieser Kader mit diesem Trainer unter den gegebenen Umständen nicht.
Wenn Klopp ein Team bauen soll, das dauerhaft auf dem höchsten Niveau konkurrenzfähig sein soll, muss er für dieses Projekt vier Jahre Zeit bekommen und man darf nicht schon erwarten, 2028 um den EM-Titel zu spielen. Neben den üblichen Verdächtigen gibt es in Europa mit Norwegen einen weiteren Kandidaten, den ich in der Entwicklung als Team weiter sehe als Deutschland nach einem Neuaufbau und dazu Teams wie die Schweiz oder Österreich, die auch ein homogenes Kollektiv haben und gut gecoacht sind.
Auf einen Bundestrainer Klopp und seinen Stab wartet einiges an Arbeit. Man darf keinen schnellen Erfolg erwarten und er sollte das auch entsprechend kommunizieren, um die Erwartungen einzudämmen.
Blick auf die Konkurrenz |#613
16.07.2026 - 14:48 Uhr
Zitat von Schilkseeschnack
Zitat von Walloschke_B

Zitat von Schilkseeschnack

Zitat von Bazzu

Zitat von Schilkseeschnack

Man kann spekulieren und behaupten, dass der FIFA eine Finalpaarung Mbappé vs. Messi bevorzugen würde.
Für mich ist das Halbfinale Frankreich - Spanien das vorweggenommene Finale.


Für mich überhaupt nicht. Frankreich wird sich gegen Spanien mMn durchsetzen, da Spanien ganz unbemerkt gar kein sooo supertolles Turnier spielt (in meinen Augen). England wird gegen Frankreich dann im Finale das Mittelfeld beherrschen, was die frz. Offensivreihe ziemlich binden wird. Wenn Harry dann ein paar Chancen bekommt - vllt ist dann tatsächlich der Tag gekommen.

Hat England schon das Halbfinale gegen Argentinien gewonnen? Habe ich das Spiel verpennt?😅Vielleicht sollte ich weniger Pilze essen.
Davon abgesehen, musste England in jedem K.O.-Spiel bereits ans Limit gehen, Frankreich noch nicht wirklich, d.h. für Frankreich gibt es noch ein Steigerungspotenzial.
So dominant fand ich das englische Mittelfeld bisher nicht, da der Ball oft dem Gegner überlassen wird. Selbst gegen DR Kongo gab es einige Phasen, in denen England überhaupt nicht dominant war.


Ich hätte euch mal eben in meine Posts hier mit reinnehmen sollen.

Die Essenz meiner Posts: Es relativiert sich alles im Turnierverlauf doch ziemlich, finde ich.
Keine der Mannschaften ist eine konstante Übermannschaft.

Frankreich: Zerstört gestern.
Spanien: Gestern sehr stark, gegen Belgien und Portugal sah es ganz anders aus.
England und Argentinien: Beide, wie gesehen, auch keine Übermannschaften, schon mit echten Problemen bisher.

Wie das jetzt am Ende ausgehen wird ist für mich komplett unklar. Du kannst es aus den Spielen vorher nicht ableiten. Zu wechselhaft bei allen, je nach Gegner. And that's the beauty.

Das stimmt, kann man nicht. Belgien wäre gegen den Senegal im Normalfall nach 0:2 ausgeschieden, bevor man im VF gegen Spanien ein enges Spiel lieferte.
England hat Resilienz bewiesen und stets den entscheidenden Punch durch die Unterschiedsspieler Kane und Bellingham gehabt.
Argentinien hat Messi und das Spielglück auf seiner Seite.
Frankreich hat bis gestern ein souveränes Turnier gezeigt und das erste Mal gegen das Kryptonit Spanien versagt.
Spanien nur mit einem Gegentor, gegen Belgien mit dem Lucky Punch, gegen Portugal wenig zugelassen und mit einem genialen Spielzug das Spiel entschieden.

Zitat von Walloschke_B

Aus deutscher Sicht (und das ist immer meine Sicht) tun wir gut daran, keine dieser Mannschaften der Weltelite zu überhöhen. Wenn Klopp es schafft, uns den Charakter eines fragilen Orchesters zu nehmen und aus uns eine kompakte Heavy-Metal-Football-Einheit macht, die Intensität, Pressing, Defensive kann (ist mit dem Personal möglich), dann können wir in dem Konzert absolut mitspielen. Sage ich.

Du hast ja recht, mit der Einschränkung, dass wir mit Ausnahme der Heim-EM seit 2016 den Nimbus der Turniermannschaft verloren haben, wofür es eine Reihe von bereits bekannten Gründen gibt, die ich hier nicht aufzählen will. Abgesehen davon, dass viele Teams aufgeholt haben und die Unterschiede minimal ausfallen können, schaffen es eben nur die anderen sich durch ein Turnier zu kämpfen oder zu rumpeln, was in der Vergangenheit eine deutsche Tugend gewesen ist. Deshalb triftt die berühmte Definition des Spiels von Gary Lineker auch nicht mehr zu. Möglicherweise zahlt Deutschland das jahrzehntelange Spielglück in Turnieren seit 2018 quasi als Ausgleich kontinuierlich wieder zurück und zur Zeit sind eben die anderen mit Erfolgen dran.

Vorbehaltlich des Ausgangs des Finales kann man Spanien schon hervorheben, weil es mich beeindruckt, wie das Team im Kollektiv durch perfektes Pass- und Positionsspiel, gepaart mit einem fast fehlerlosen Pressing und Gegenpressing, mit der kürzesten Rückeroberungszeit nach einem Ballverlust und dabei ohne die Weltklasseoffensive der EM agiert und gestern die Offensive mit dem für mich größten Potenzial nicht ins Spiel kommen ließ.
Bei Frankreich würde gerne einen Guardiola sehen, der sich mit diesem Kader versucht, was nicht passieren dürfte.
Bei der deutschen Mannschaft muss ich nüchtern festhalten, dass wir weder Unterschiedsspieler, noch Mentalität, noch Spielglück, noch den geeigneten Trainer für dieses Turnier hatten. Natürlich hätte es für ein Achtelfinale reichen können, doch ein Titelkandidat war dieser Kader mit diesem Trainer unter den gegebenen Umständen nicht.
Wenn Klopp ein Team bauen soll, das dauerhaft auf dem höchsten Niveau konkurrenzfähig sein soll, muss er für dieses Projekt vier Jahre Zeit bekommen und man darf nicht schon erwarten, 2028 um den EM-Titel zu spielen. Neben den üblichen Verdächtigen gibt es in Europa mit Norwegen einen weiteren Kandidaten, den ich in der Entwicklung als Team weiter sehe als Deutschland nach einem Neuaufbau und dazu Teams wie die Schweiz oder Österreich, die auch ein homogenes Kollektiv haben und gut gecoacht sind.
Auf einen Bundestrainer Klopp und seinen Stab wartet einiges an Arbeit. Man darf keinen schnellen Erfolg erwarten und er sollte das auch entsprechend kommunizieren, um die Erwartungen einzudämmen.


Absolut, Spanien würde ich am meisten hervorheben. "... wie das Team im Kollektiv durch perfektes Pass- und Positionsspiel, gepaart mit einem fast fehlerlosen Pressing und Gegenpressing, mit der kürzesten Rückeroberungszeit nach einem Ballverlust agiert."
Da bin ich dabei. Eben mit der Einschränkung, dass die Maschine in zwei Spielen gar nicht perfekt lief. Die Spiele sollte man absolut auch mit einrechnen.

Sie agieren "ohne die Weltklasseoffensive der EM"? Den Punkt habe ich nicht verstanden. Nico Williams spielte zumeist nicht. Alvaro Morata ist nicht mehr dabei. Aber die waren doch nicht Weltklasse?

Wie auch immer: Spanien, ja.

Und Argentinien ist ein echt harter Brocken, sehr schwer zu schlagen. Auch wenn sie echt schon geschwächelt haben und gegen Ägypten auch hätten verlieren können.ä

Zu England werde ich hier gleich noch separat etwas schreiben. Ich habe mich furchtbar aufgeregt.

Zu Frankreich: Zidane übernimmt ja. Das ist ja bereits klar.

Zu uns: Ich für meinen Teil bezweifle tatsächlich gar nicht, dass wir Unterschiedsspieler und Mentalität haben. Und wenn wir das nicht hätten, würde auch in vier Jahren nix dabei rumkommen. Denn in vier Jahren werden bestimmt 70% des aktuellen Kaders (zu Recht) noch dabei sein.

Für meine Begriffe brauchen wir lediglich einen Trainer, der unsere Spielidee vollkommen umdreht.
Aus dem fragilem Pass-Orchester der letzten 8 Jahre (wobei 2024 gut war) eine Mannschaft macht, die kompakt ist, Intensität bringt, Pressing/Gegenpressing. Heavy-Metal-Football à la Klopp eben. Die Spieler dafür haben wir* und Klopp ist der Trainer, der das umsetzen kann. Das braucht keine vier Jahre. Glaube ich nicht. Wir sollten nur nicht einen Titel 2028 oder 2030 erwarten. Weil man das nicht kann. Selbst, wenn du richtig gut bist, sind eben andere auf Augenhöhe. Und selbst gegen kleinere Gegner kann es mal kritisch werden. Haben wir bei dieser WM gut beobachten können.

Die Erwartung sollte eher sein: Wieder auf Augenhöhe sein. Nicht ein Titel. Und ich erwarte tatsächlich, dass wir sehr schnell wieder auf Augenhöhe mit der Weltelite sein werden. Genau, wie es 2024 auf einmal bam! so war. Und Klopp wird das nachhaltig bringen, weil er versteht, was es braucht. Das ist meine Überzeugung. Ob und wann wir wieder Titel gewinnen ist eine komplett andere Sache. Das weiss niemand.
Und Klopp wird das Wort Titel auch nicht in den Mund nehmen. Er wird tief stapeln. Und genau das brauchen wir auch. Gute Leistungen schweigend/mit Understatement genießen und die deutsche Öffentlichkeit dazu anhalten, den Ball flachzuhalten. Klopp ist schlau genug, genau das zu tun und er hat die Autorität, dass selbst die Medien da mitgehen werden. Sage ich.

Ich meine: Wie erklärst du dir, dass wir 2024 für ein Jahr auf Augenhöhe waren? Es war ja eben nicht einfach ein Heimvorteil, es zog sich durch das gesamte Länderspieljahr.. Und es war gegen sehr unterschiedliche Gegner. Und insgesamt haben wir kaum Gegentore bekommen.

Ich sage, wir haben das Zeug, direkt wieder konkurrenzfähig zu sein. Wir haben kein grundlegenderes Problem und müssen erst auf eine neue Generation warten, die wir jetzt noch gar nicht kennen. Wir haben die benötigten Spielertypen bereits.

Ich hoffe doch sehr, dass ich da richtig liege 😉

*Ja, ich rechne damit, dass Klopp auch mal ein Dreier-Mittelfeld bringt, wo defensiv ein Stach oder Janelt spielen. Mentalitätsspieler, die vom Typ her Stabilisatoren/Balancespieler sind, nicht auch noch primär nach vorne gucken und den Ball haben wollen. Wie Andrich. Ich glaube, das macht schon einen Unterschied. Und wie bei Andrich gesehen muss dieser Spieler nicht Weltklasse sein.

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"Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert."

96. KSV Holstein. St. Pauli. Passt nicht zusammen? Mir egal.
Starke Sympathien für: Freiburg, Werder, Union, IFK Göteborg, Örebro SK. Blågult.
Am meisten jedoch: Fan der deutschen Nationalmannschaft.
Blick auf die Konkurrenz |#614
16.07.2026 - 17:02 Uhr
Thomas Tuchel. Ich finde, wir sollten hier auch mal gesondert über Thomas Tuchels England sprechen.

Denen hab ich echt die Daumen gedrück gestern. Und sie haben das gut gemacht bis zum 1:0 fand ich.
Argentinien ist ein harter Brocken. Sie haben die Kampf angenommen. Und dann den einen Spielzug geschafft, der richtig gut war.

Die letzten 30 Minuten haben mich dann aber echt zur Weißglut getrieben. Da bin ich bei den englischen Kritikern, die allesamt fassungslos waren.

Vor der Trinkpause kamen die Warnzeichen: So geht es nicht, du kannst nicht einfach den Bus parken, sehr sehr tief stehen und Messi & Co. um den Strafraum spielen lassen. Reiner Selbstmord.
Ich hab in der Trinkpause gedacht: Bitte mach was! Ihr könnt euch nicht hinten reinstellen! Nicht so tief gegen diese Mannschaft bis zur erwartenden 100. Minute!

Tuchel hinterher: "Wir haben uns hinten reindrängen lassen, wollten der Mannschaft mit den Wechseln helfen." Aha. Das Problem ist: Ganz offensichtlich wollte er der Mannschaft nur damit helfen, das Spiel genau so über die Runden zu bringen. "Überlasst ihnen den Ball, wir klären das alles weg mit mehr Innenverteidigern." Sein Fokus lag sehr deutlich darauf, hinten immer mehr Innenverteidiger reinzustellen.
Den Versuch, genau diese von Beginn an hochproblematische Entwicklung zu brechen, hat er eben ganz klar nicht gemacht.

Erst Konsa für Gordon, man steht mit 5 Mann hinten drin, weil man Flanken verteidigen will, statt Flanken zu verhindern. Für so eine lange Zeit, gegen eine solche Mannschaft! Und es geht einfach munter so weiter. Seine Schlussfolgerung: Noch ein Innenverteidiger (Burn für Rice). Es ging sowas von mit Ansage schief. Es hat mich echt wahnsinnig aufgeregt.

Du hast im Grunde zwei Arten, eine knappe Führung zu verteidigen.

1. Ohne Ball verteidigen („Bus parken“)
Sehr tief stehen.
Bälle klären.
Flanken verteidigen.
Darauf hoffen, dass der Gegner keine Chance bekommt.

2. Mit Ball verteidigen
Nach Ballgewinn den Ball auch behalten.
Den Gegner laufen lassen.
Das Spiel beruhigen.
Dem eigenen Team Zeit geben, wieder nach vorne zu schieben.

Da kann Tuchel sagen, was er will. Variante 1 kam nicht einfach von seiner Mannschaft her, die sich hat zurückdrängen lassen. Er hatte noch alle 5 Wechsel. Er hatte die Pause. Und er hat selber aktiv ganz klar auch Rihtung Variante 1 gewählt. Für 45 Minuten den Bus parken. Helfen wollte er der Mannschaft, genau das hinzukriegen.

Sorry, die waren nicht einfach platt. Und wenn sie das waren, bringst du 5 frische Spieler.

Allerdings kann man sich schon auch fragen, was die Bank in dieser Situation für Variante 2 hergegeben hätte. Der zweikampfstarke 6er, den man hätte gebrauchen können, um Bälle zu gewinnen, war verletzt raus (Henderson). Kobbie Mainoo hätte aber etwa klar ein Typ für Variante zwei sein können. Selber noch Ballbesitz haben. Und wenn Kane platt ist, kannst du Ollie Watkins bringen als Anspielstation. Es waren keine Anspielstationen mehr da. Man hat den Ball, wenn man ihn mal hatte, nur noch rausgehauen.

England hatte in den 30 Minuten vom Führungstor bis zum Ausgleich 12% Ballbesitz. Das ist abenteuerlich schlecht. Und es gab eine Chance nach der anderen. Wie kann man glauben, dass man das auf die Art so lange (mit Nachspielzeit waren es eben 45 Minuten ab der 55.) über die Runden bringt gegen Argentinien?
Und was denkt man, was man tun wird, wenn das 1:1 fallen sollte? Was glaubt man, wie man dann plötzlich wieder umschalten kann?

Ich war komplett fassungslos. Es hat mich so unglaublich aufgeregt. Man kann gegen Argentinien verlieren, aber doch nicht so!

Dass in England alle Tuchel kritisieren kann ich gut verstehen. Alan Shearer, Gary Lineker, Wayne Rooney ("asking for trouble"), Kyle Walker ("kein Unterschied zu Southgate"), Michael Owen, Micah Richards.
Dass der Independent-Chefredakteur darin fast einen Kündigungsgrund sieht kann ich verstehen.

Schweinsteigers Analyse war mir viel zu soft. Sedlaczek und er haben sich so sehr auf Argentiniens Comeback-Qualitäten fokussiert und sind dann in andere Themen (Louis van Gaal etwa) abgeglitten.
Ich habe mir danach Mats Hummels auf Magenta angesehen. Das war schon anders. Der ist tatsächlich mehr und kritischer darauf eingegangen, was England da unerklärlicherweise gemacht hat.

Thomas Müller war nicht als Experte da, hat sich aber in den sozialen Medien sehr kritisch geäußert: Man hat sie eingeladen, unbegreiflicherweise.

Wie gerne hätte ich die Analyse und Meinung von Mertesacker, Kramer und Streich gehört.
Bastian Schweinsteiger muss man mögen. Aber er alleine mit Sedlaczek? Da wäre eine richtige Expertenrunde im Studio besser.

Wie auch immer... Für mich sieht das nach einem richtig dramatischen Trainerfehler aus. Was sagt ihr dazu?

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"Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert."

96. KSV Holstein. St. Pauli. Passt nicht zusammen? Mir egal.
Starke Sympathien für: Freiburg, Werder, Union, IFK Göteborg, Örebro SK. Blågult.
Am meisten jedoch: Fan der deutschen Nationalmannschaft.
Blick auf die Konkurrenz |#615
16.07.2026 - 18:58 Uhr
Zitat von Walloschke_B
Thomas Tuchel. Ich finde, wir sollten hier auch mal gesondert über Thomas Tuchels England sprechen.



Im Zweifel würde ich schon erstmal den Spielern glauben, wenn sie sagen: Es gab keine Anweisung von Tuchel, "den Bus zu parken". Sie sollten weiter so spielen, wie in den ersten 60 Minuten.

Aus einer unbestimmten Mischung aus spielerischen, physischen und mentalen Gründen haben sie es nicht mehr geschafft, ins Mittelfeld zu kommen. Kane sagte, er wisse nicht, warum.

Ich weiß nicht, ob Tuchel dazu schon etwas gesagt hat, aber naheliegend wäre, dass er das gesehen hat, was wir alle gesehen haben und sich dachte, wenn die Mannschaft entgegen der Marschroute hinten nicht mehr rauskommt und wir nur noch die Box verteidigen, dann wechsle ich jetzt Verteidiger ein.

Keine Ahnung, ob es etwas gebracht hätte, stattdessen früher Rashford und Saka als frische Außenstürmer zu bringen. Hätten die Engländer noch präzise Pässe auf die beiden spielen können?

Vom Energielevel her wirkten Rice, Bellingham und Kane am meisten ausgepowert (nachvollziehbar). Wechselst du in einem Halbfinale gegen Argentinien beim Stand von 1:0 deine besten Spieler aus?

Eigentlich müsste mindestens ebensoviel über die Belastung der Spieler von Top-Vereinen diskutiert werden, wie über den Trainer. Aber das wird nicht passieren.
Blick auf die Konkurrenz |#616
16.07.2026 - 20:29 Uhr
Zitat von Zinedine
Zitat von Walloschke_B

Thomas Tuchel. Ich finde, wir sollten hier auch mal gesondert über Thomas Tuchels England sprechen.

(...)
Vom Energielevel her wirkten Rice, Bellingham und Kane am meisten ausgepowert (nachvollziehbar). Wechselst du in einem Halbfinale gegen Argentinien beim Stand von 1:0 deine besten Spieler aus?

Eigentlich müsste mindestens ebensoviel über die Belastung der Spieler von Top-Vereinen diskutiert werden, wie über den Trainer. Aber das wird nicht passieren.


Jein. Klar, kann die Kraft ein Punkt sein, aber ein anderer User hat es irgendwo anders geschrieben, dass die Kraft dann halt punktgenau mit der Führung abhanden kam. Und da vermutet man dann schon andere Ursachen.
In 20 Jahren werden die, die das Spiel nicht gesehen haben (und keine Engländer sind) auf das Ergebnis gucken und sich denken "Na ja, 2-1, war halt ein knappes Halbfinale. Pech für England." Aber das Ergebnis spiegel diesen totalen Zusammenbruch ja nicht annähernd wieder. Wenn man sich durch Presse und Threads klickt, findet man ja nur die totale Rat- und Fassungslosigkeit.

Es wird interessant sein, ob Tuchel weitermachen darf, was dann ja auf eine schlüssige interne Erklärung schließen ließe.

Aber ich habe in einem anderen Thread schon mal in angerissen, dass man das Spiel vielleicht auch mal von einer anderen Seite betrachten kann.
Argentinien wurde dann stark (und so war es tendenziell auch in anderen Partien), als sie ihre Mäzchen abgeschaltet haben und sich darauf konzentrieren mussten, ein Tor zu schießen. Vielleicht wäre Argentinien also noch viel besser, wenn sie das ganze nervige Zeug drumherum einfach von Beginn an weglassen würden. Wer weiß?

•     •     •

Wer hilft mir bei der Identifikation des folgenden typischen tm.de-Geräuschs?

„KLIRR“

Ich konnte es bisher eingrenzen auf:

a) zwei aufeinanderprallende Einzeiler
oder
b) ein Glashaus
Blick auf die Konkurrenz |#617
17.07.2026 - 02:58 Uhr
Zitat von Zinedine

Zitat von Walloschke_B

Thomas Tuchel. Ich finde, wir sollten hier auch mal gesondert über Thomas Tuchels England sprechen.



Im Zweifel würde ich schon erstmal den Spielern glauben, wenn sie sagen: Es gab keine Anweisung von Tuchel, "den Bus zu parken". Sie sollten weiter so spielen, wie in den ersten 60 Minuten.

Aus einer unbestimmten Mischung aus spielerischen, physischen und mentalen Gründen haben sie es nicht mehr geschafft, ins Mittelfeld zu kommen. Kane sagte, er wisse nicht, warum.

Ich weiß nicht, ob Tuchel dazu schon etwas gesagt hat, aber naheliegend wäre, dass er das gesehen hat, was wir alle gesehen haben und sich dachte, wenn die Mannschaft entgegen der Marschroute hinten nicht mehr rauskommt und wir nur noch die Box verteidigen, dann wechsle ich jetzt Verteidiger ein.

Keine Ahnung, ob es etwas gebracht hätte, stattdessen früher Rashford und Saka als frische Außenstürmer zu bringen. Hätten die Engländer noch präzise Pässe auf die beiden spielen können?

Vom Energielevel her wirkten Rice, Bellingham und Kane am meisten ausgepowert (nachvollziehbar). Wechselst du in einem Halbfinale gegen Argentinien beim Stand von 1:0 deine besten Spieler aus?

Eigentlich müsste mindestens ebensoviel über die Belastung der Spieler von Top-Vereinen diskutiert werden, wie über den Trainer. Aber das wird nicht passieren.


Hmm, ich weiss nicht. Ein paar Gedanken dazu.

1. Wenn die Engländer nachvollziehbar ausgepowert waren, warum waren es die Argentinier nicht?
Beide hatten eine Verlängerung und davor ein aufreibendes 3:2 in den Knochen (gut, England 45 Minuten mit 10 Mann im Azteca - super hart, ja). Argentinien hatte sogar ein Spiel weniger Pause als England. Und warum hatten dann MacAllister, Fernandez und Alvarez noch Power? Die ersten beiden hatten gar etwas mehr Saisonspiele als Bellingham und Kane, Alvarez hatte geringfügig weniger. Rice hatte genauso viele Spiele, war aber angeschlagen durch einen Infekt. In dem Fall habe ich Verständnis.

2. Wenn es nicht Traineranweisung war und es dem Trainer nicht gefiel: Sorry, dann hat er 5 Wechsel und eine Trinkpause, um zu versuchen, es zu ändern. Er hatte 11 Feldspieler auf der Bank. Und wenn das 11 Spieler waren, von denen niemand dafür passte, eine knappe Führung auch mal mit etwas Ballbesitz zu verteidigen, dann sind wir wieder beim Trainer, welcher für die Auswahl verantwortlich ist.

3. Wenn es so ist, dass deine Spitzenspieler nicht mehr auf der Höhe sind, die des Gegners schon, dann hast du ein Problem, aber du musst wechseln. Kane war gegen Mexiko platt und wurde 12 Minuten vor dem Schlusspfif ausgewechselt, obwohl das 3:3 drohte. Ebenso wurde Bellingham gegen Norwegen 11 Minuten vor Ende der Verlängerung ausgewechselt. Wofür gibt es einen 26er Kader? Ja, da müssen wir die Henderson-Sache erwähnen. Es wäre ohne Zweifel Hendersons WM-Moment geworden, wenn er sich nicht beim Jubeln gegen Mexiko den Arm gebrochen hätte... Pressing organisieren, kommunizieren, die Mannschaft wieder vorrücken lassen. Bei 26 Mann aber nur eine Alternative war wohl nicht so gut. Morgan Gibbs-White hätte wohl perfekt gepasst. Und dann Kobbie Mainoo für Bellingham. Fürs Ball halten. Ebenso Ollie Watkins für Kane. Sind sie platt - warum auch immer, während Fernandez, MacAllister, Alvarez und Co es nicht sind - musst du es machen. Das Fehlen von Henderson war ein Problem. Das kann man Tuchel zu Gute halten.

4. Genau, wie @Dreisambock sagt, es war punktgenau ab der 55. Minute, als England komplett kollabierte. Bis zur 85. nur 12% Ballbesitz. Das war schon äußerst merkwürdig.

Das einzige, wo ich glaube, dass man Tuchel etwas rausnehmen könnte, sind der Infekt von Rice und die Nicht-Verfügbarkeit von Jordan Henderson. Ist zwar reine Spekulation, ob er dann mit den Wechseln nicht Richtung totaler Bus gegangen wäre. Aber ich würde zumindest glauben, dass er ihn gebracht hätte, um nochmal einen frischen Organisator zu bringen, der Argentinien vielleicht etwas hätte fernhalten können. Er plus Anderson, und dann jemand zum Bälle halten wie Mainoo und Watkins. Und meinetwegen gar beiden Außen raus - Saka rein und einen Innenverteidiger.

Vielleicht lag es ja am Fehlen von Henderson, dass Tuchel dachte: "Den Plan können wir knicken, wir können nur noch komplett für fast 30 Minuten ganz nach hinten, müssen einfach alles rausköpfen. Ging ja gegen Mexiko auch..." Auch wenn der noch fitte Henderson auch gegen Kroatien oder Mexiko bei knapper Führung nie eine Option war, kann man das vermuten. Wenn das der Gedankengang war, täte er gut daran, ihn zu erwähnen. Natürlich ohne es zu krass zu machen und die Schuld bei Henderson abzuladen.

Henderson ist der Punkt, wo man Tuchel etwas zu Gute halten könnte. Auch wenn er ihn nicht erwähnt hat.
Ansonsten finde ich es sehr schwierig, ihn rauszunehmen und es primär an anderen Punkten festzumachen.

Das sind so meine Gedanken.

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"Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert."

96. KSV Holstein. St. Pauli. Passt nicht zusammen? Mir egal.
Starke Sympathien für: Freiburg, Werder, Union, IFK Göteborg, Örebro SK. Blågult.
Am meisten jedoch: Fan der deutschen Nationalmannschaft.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Walloschke_B am 17.07.2026 um 03:02 Uhr bearbeitet
Blick auf die Konkurrenz |#618
17.07.2026 - 13:27 Uhr
Zitat von Walloschke_B
Zitat von Zinedine

Zitat von Walloschke_B

Thomas Tuchel. Ich finde, wir sollten hier auch mal gesondert über Thomas Tuchels England sprechen.



Im Zweifel würde ich schon erstmal den Spielern glauben, wenn sie sagen: Es gab keine Anweisung von Tuchel, "den Bus zu parken". Sie sollten weiter so spielen, wie in den ersten 60 Minuten.

Aus einer unbestimmten Mischung aus spielerischen, physischen und mentalen Gründen haben sie es nicht mehr geschafft, ins Mittelfeld zu kommen. Kane sagte, er wisse nicht, warum.

Ich weiß nicht, ob Tuchel dazu schon etwas gesagt hat, aber naheliegend wäre, dass er das gesehen hat, was wir alle gesehen haben und sich dachte, wenn die Mannschaft entgegen der Marschroute hinten nicht mehr rauskommt und wir nur noch die Box verteidigen, dann wechsle ich jetzt Verteidiger ein.

Keine Ahnung, ob es etwas gebracht hätte, stattdessen früher Rashford und Saka als frische Außenstürmer zu bringen. Hätten die Engländer noch präzise Pässe auf die beiden spielen können?

Vom Energielevel her wirkten Rice, Bellingham und Kane am meisten ausgepowert (nachvollziehbar). Wechselst du in einem Halbfinale gegen Argentinien beim Stand von 1:0 deine besten Spieler aus?

Eigentlich müsste mindestens ebensoviel über die Belastung der Spieler von Top-Vereinen diskutiert werden, wie über den Trainer. Aber das wird nicht passieren.


Hmm, ich weiss nicht. Ein paar Gedanken dazu.

1. Wenn die Engländer nachvollziehbar ausgepowert waren, warum waren es die Argentinier nicht?
Beide hatten eine Verlängerung und davor ein aufreibendes 3:2 in den Knochen (gut, England 45 Minuten mit 10 Mann im Azteca - super hart, ja). Argentinien hatte sogar ein Spiel weniger Pause als England. Und warum hatten dann MacAllister, Fernandez und Alvarez noch Power? Die ersten beiden hatten gar etwas mehr Saisonspiele als Bellingham und Kane, Alvarez hatte geringfügig weniger. Rice hatte genauso viele Spiele, war aber angeschlagen durch einen Infekt. In dem Fall habe ich Verständnis.

2. Wenn es nicht Traineranweisung war und es dem Trainer nicht gefiel: Sorry, dann hat er 5 Wechsel und eine Trinkpause, um zu versuchen, es zu ändern. Er hatte 11 Feldspieler auf der Bank. Und wenn das 11 Spieler waren, von denen niemand dafür passte, eine knappe Führung auch mal mit etwas Ballbesitz zu verteidigen, dann sind wir wieder beim Trainer, welcher für die Auswahl verantwortlich ist.

3. Wenn es so ist, dass deine Spitzenspieler nicht mehr auf der Höhe sind, die des Gegners schon, dann hast du ein Problem, aber du musst wechseln. Kane war gegen Mexiko platt und wurde 12 Minuten vor dem Schlusspfif ausgewechselt, obwohl das 3:3 drohte. Ebenso wurde Bellingham gegen Norwegen 11 Minuten vor Ende der Verlängerung ausgewechselt. Wofür gibt es einen 26er Kader? Ja, da müssen wir die Henderson-Sache erwähnen. Es wäre ohne Zweifel Hendersons WM-Moment geworden, wenn er sich nicht beim Jubeln gegen Mexiko den Arm gebrochen hätte... Pressing organisieren, kommunizieren, die Mannschaft wieder vorrücken lassen. Bei 26 Mann aber nur eine Alternative war wohl nicht so gut. Morgan Gibbs-White hätte wohl perfekt gepasst. Und dann Kobbie Mainoo für Bellingham. Fürs Ball halten. Ebenso Ollie Watkins für Kane. Sind sie platt - warum auch immer, während Fernandez, MacAllister, Alvarez und Co es nicht sind - musst du es machen. Das Fehlen von Henderson war ein Problem. Das kann man Tuchel zu Gute halten.

4. Genau, wie @Dreisambock sagt, es war punktgenau ab der 55. Minute, als England komplett kollabierte. Bis zur 85. nur 12% Ballbesitz. Das war schon äußerst merkwürdig.

Das einzige, wo ich glaube, dass man Tuchel etwas rausnehmen könnte, sind der Infekt von Rice und die Nicht-Verfügbarkeit von Jordan Henderson. Ist zwar reine Spekulation, ob er dann mit den Wechseln nicht Richtung totaler Bus gegangen wäre. Aber ich würde zumindest glauben, dass er ihn gebracht hätte, um nochmal einen frischen Organisator zu bringen, der Argentinien vielleicht etwas hätte fernhalten können. Er plus Anderson, und dann jemand zum Bälle halten wie Mainoo und Watkins. Und meinetwegen gar beiden Außen raus - Saka rein und einen Innenverteidiger.

Vielleicht lag es ja am Fehlen von Henderson, dass Tuchel dachte: "Den Plan können wir knicken, wir können nur noch komplett für fast 30 Minuten ganz nach hinten, müssen einfach alles rausköpfen. Ging ja gegen Mexiko auch..." Auch wenn der noch fitte Henderson auch gegen Kroatien oder Mexiko bei knapper Führung nie eine Option war, kann man das vermuten. Wenn das der Gedankengang war, täte er gut daran, ihn zu erwähnen. Natürlich ohne es zu krass zu machen und die Schuld bei Henderson abzuladen.

Henderson ist der Punkt, wo man Tuchel etwas zu Gute halten könnte. Auch wenn er ihn nicht erwähnt hat.
Ansonsten finde ich es sehr schwierig, ihn rauszunehmen und es primär an anderen Punkten festzumachen.

Das sind so meine Gedanken.


Hinzufügen kann ich noch: Ich war nie der große Tuchel-Fan, und ich war auch für Norwegen gegen England (Underdog!). Aber ich hab mich nach dem Tuchel-Interview nach dem Spiel doch irgendwie gefreut und gedacht: Echt gute Kommunikation. Und er ist kurz davor, Historisches zu erreichen.
Gegen Argentinien hätte ich es ihm und England voll gegönnt, es zu schaffen. Dann war es lange wirklich gut und ging dann komplett schief. Es war schon krass.

•     •     •

"Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert."

96. KSV Holstein. St. Pauli. Passt nicht zusammen? Mir egal.
Starke Sympathien für: Freiburg, Werder, Union, IFK Göteborg, Örebro SK. Blågult.
Am meisten jedoch: Fan der deutschen Nationalmannschaft.
Blick auf die Konkurrenz |#619
17.07.2026 - 15:10 Uhr
Zitat von Zinedine
Zitat von Walloschke_B

Thomas Tuchel. Ich finde, wir sollten hier auch mal gesondert über Thomas Tuchels England sprechen.



Im Zweifel würde ich schon erstmal den Spielern glauben, wenn sie sagen: Es gab keine Anweisung von Tuchel, "den Bus zu parken". Sie sollten weiter so spielen, wie in den ersten 60 Minuten.

Aus einer unbestimmten Mischung aus spielerischen, physischen und mentalen Gründen haben sie es nicht mehr geschafft, ins Mittelfeld zu kommen. Kane sagte, er wisse nicht, warum.

Ich weiß nicht, ob Tuchel dazu schon etwas gesagt hat, aber naheliegend wäre, dass er das gesehen hat, was wir alle gesehen haben und sich dachte, wenn die Mannschaft entgegen der Marschroute hinten nicht mehr rauskommt und wir nur noch die Box verteidigen, dann wechsle ich jetzt Verteidiger ein.

Keine Ahnung, ob es etwas gebracht hätte, stattdessen früher Rashford und Saka als frische Außenstürmer zu bringen. Hätten die Engländer noch präzise Pässe auf die beiden spielen können?

Vom Energielevel her wirkten Rice, Bellingham und Kane am meisten ausgepowert (nachvollziehbar). Wechselst du in einem Halbfinale gegen Argentinien beim Stand von 1:0 deine besten Spieler aus?

Eigentlich müsste mindestens ebensoviel über die Belastung der Spieler von Top-Vereinen diskutiert werden, wie über den Trainer. Aber das wird nicht passieren.

Bei Argentinien spielen vier Stammspieler in England und diese hatten auch nicht mehr Belastung als die in England spielenden Engländer. Bellingham spielt in Spanien und musste um keinen Titel bis zum Ende spielen. Kane spielte im CL-Halbfinale und DFB-Pokalfinale, die Meisterschaft in der Bundesliga war schon lange vorher entschieden. Nur Rice spielte bis zum Ende um zwei Titel.
Aus meiner Sicht liefen bei England auch die Abwehrspieler Rice, Stones und Spence auf der Felge. Insofern wäre eine Verteidigung durch eigenes Offensivspiel wohl hilfreicher gewesen, als am eigenen Strafraum von rechts nach links zu taumeln und keine Flanken und Querpässe zu verhindern. Bezeichnend steht dafür das 1:1, als Fernandez zwei Mal in Folge aus dem Rückraum frei stehend schießen kann.
Tuchel gab mit der Einwechslung von Konsa für Gordon selbst das Signal zur Defensive. Er hätte auch nach Position wechseln können, indem mit Rashford, Eze oder Madueke (Saka soll angeschlagen gewesen sein) zwei frische Flügel, dazu einen neuen Sechser und einen neuen Verteidiger bringt. Den fünften Wechsel hätter er sich für den Bedarfsfall aufsparen können. Er hätte mit den Wechseln für mehr Ballbesitz sorgen müssen, dann hätten Kane und Bellingham auch vorne gefährlich eingesetzt werden können, statt sich am eigenen Strrafraum kaputt zu laufen.
Wenn der 2,01m große Burn für das Kopfballspiel eingewechselt wird und das 2:1 für Argentinien durch einen Kopfball fällt, spricht das für sich.
Als man nach dem Rückstand wieder angreifen musste, kam man auch hinten heraus. Das hätte auch vorher klappen können und Konterchancen hätten sich zwangsläufig ergeben, wenn jemand den Ball länger hätte halten können, um einen der schnellen Flügel anzuspielen.
Blick auf die Konkurrenz |#620
17.07.2026 - 15:28 Uhr
Zitat von Walloschke_B
Zitat von Walloschke_B

Zitat von Zinedine

Zitat von Walloschke_B

Thomas Tuchel. Ich finde, wir sollten hier auch mal gesondert über Thomas Tuchels England sprechen.



Im Zweifel würde ich schon erstmal den Spielern glauben, wenn sie sagen: Es gab keine Anweisung von Tuchel, "den Bus zu parken". Sie sollten weiter so spielen, wie in den ersten 60 Minuten.

Aus einer unbestimmten Mischung aus spielerischen, physischen und mentalen Gründen haben sie es nicht mehr geschafft, ins Mittelfeld zu kommen. Kane sagte, er wisse nicht, warum.

Ich weiß nicht, ob Tuchel dazu schon etwas gesagt hat, aber naheliegend wäre, dass er das gesehen hat, was wir alle gesehen haben und sich dachte, wenn die Mannschaft entgegen der Marschroute hinten nicht mehr rauskommt und wir nur noch die Box verteidigen, dann wechsle ich jetzt Verteidiger ein.

Keine Ahnung, ob es etwas gebracht hätte, stattdessen früher Rashford und Saka als frische Außenstürmer zu bringen. Hätten die Engländer noch präzise Pässe auf die beiden spielen können?

Vom Energielevel her wirkten Rice, Bellingham und Kane am meisten ausgepowert (nachvollziehbar). Wechselst du in einem Halbfinale gegen Argentinien beim Stand von 1:0 deine besten Spieler aus?

Eigentlich müsste mindestens ebensoviel über die Belastung der Spieler von Top-Vereinen diskutiert werden, wie über den Trainer. Aber das wird nicht passieren.


Hmm, ich weiss nicht. Ein paar Gedanken dazu.

1. Wenn die Engländer nachvollziehbar ausgepowert waren, warum waren es die Argentinier nicht?
Beide hatten eine Verlängerung und davor ein aufreibendes 3:2 in den Knochen (gut, England 45 Minuten mit 10 Mann im Azteca - super hart, ja). Argentinien hatte sogar ein Spiel weniger Pause als England. Und warum hatten dann MacAllister, Fernandez und Alvarez noch Power? Die ersten beiden hatten gar etwas mehr Saisonspiele als Bellingham und Kane, Alvarez hatte geringfügig weniger. Rice hatte genauso viele Spiele, war aber angeschlagen durch einen Infekt. In dem Fall habe ich Verständnis.

2. Wenn es nicht Traineranweisung war und es dem Trainer nicht gefiel: Sorry, dann hat er 5 Wechsel und eine Trinkpause, um zu versuchen, es zu ändern. Er hatte 11 Feldspieler auf der Bank. Und wenn das 11 Spieler waren, von denen niemand dafür passte, eine knappe Führung auch mal mit etwas Ballbesitz zu verteidigen, dann sind wir wieder beim Trainer, welcher für die Auswahl verantwortlich ist.

3. Wenn es so ist, dass deine Spitzenspieler nicht mehr auf der Höhe sind, die des Gegners schon, dann hast du ein Problem, aber du musst wechseln. Kane war gegen Mexiko platt und wurde 12 Minuten vor dem Schlusspfif ausgewechselt, obwohl das 3:3 drohte. Ebenso wurde Bellingham gegen Norwegen 11 Minuten vor Ende der Verlängerung ausgewechselt. Wofür gibt es einen 26er Kader? Ja, da müssen wir die Henderson-Sache erwähnen. Es wäre ohne Zweifel Hendersons WM-Moment geworden, wenn er sich nicht beim Jubeln gegen Mexiko den Arm gebrochen hätte... Pressing organisieren, kommunizieren, die Mannschaft wieder vorrücken lassen. Bei 26 Mann aber nur eine Alternative war wohl nicht so gut. Morgan Gibbs-White hätte wohl perfekt gepasst. Und dann Kobbie Mainoo für Bellingham. Fürs Ball halten. Ebenso Ollie Watkins für Kane. Sind sie platt - warum auch immer, während Fernandez, MacAllister, Alvarez und Co es nicht sind - musst du es machen. Das Fehlen von Henderson war ein Problem. Das kann man Tuchel zu Gute halten.

4. Genau, wie @Dreisambock sagt, es war punktgenau ab der 55. Minute, als England komplett kollabierte. Bis zur 85. nur 12% Ballbesitz. Das war schon äußerst merkwürdig.

Das einzige, wo ich glaube, dass man Tuchel etwas rausnehmen könnte, sind der Infekt von Rice und die Nicht-Verfügbarkeit von Jordan Henderson. Ist zwar reine Spekulation, ob er dann mit den Wechseln nicht Richtung totaler Bus gegangen wäre. Aber ich würde zumindest glauben, dass er ihn gebracht hätte, um nochmal einen frischen Organisator zu bringen, der Argentinien vielleicht etwas hätte fernhalten können. Er plus Anderson, und dann jemand zum Bälle halten wie Mainoo und Watkins. Und meinetwegen gar beiden Außen raus - Saka rein und einen Innenverteidiger.

Vielleicht lag es ja am Fehlen von Henderson, dass Tuchel dachte: "Den Plan können wir knicken, wir können nur noch komplett für fast 30 Minuten ganz nach hinten, müssen einfach alles rausköpfen. Ging ja gegen Mexiko auch..." Auch wenn der noch fitte Henderson auch gegen Kroatien oder Mexiko bei knapper Führung nie eine Option war, kann man das vermuten. Wenn das der Gedankengang war, täte er gut daran, ihn zu erwähnen. Natürlich ohne es zu krass zu machen und die Schuld bei Henderson abzuladen.

Henderson ist der Punkt, wo man Tuchel etwas zu Gute halten könnte. Auch wenn er ihn nicht erwähnt hat.
Ansonsten finde ich es sehr schwierig, ihn rauszunehmen und es primär an anderen Punkten festzumachen.

Das sind so meine Gedanken.


Hinzufügen kann ich noch: Ich war nie der große Tuchel-Fan, und ich war auch für Norwegen gegen England (Underdog!). Aber ich hab mich nach dem Tuchel-Interview nach dem Spiel doch irgendwie gefreut und gedacht: Echt gute Kommunikation. Und er ist kurz davor, Historisches zu erreichen.
Gegen Argentinien hätte ich es ihm und England voll gegönnt, es zu schaffen. Dann war es lange wirklich gut und ging dann komplett schief. Es war schon krass.

Führst du in einem K.O.-Spiel in der zweiten Halbzeit und hast die nötigen Offensivfähigkeiten (falls nicht, bleibt verständlicherweise nur das Mauern), such die Entscheidung lieber in der Offensive, da der Gegner öffnen muss und sich mehr Platz zum Kontern ergeben wird. Anders als gegen Ägypten wäre das 2:0 wohl diesmal die Entscheidung gewesen.
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