Selke Torschützenkönig
Funkel führt Köln zur Zweitliga-Meisterschaft – HSV gibt Platz 1 ab, Elversberg in Relegation
©IMAGO
Friedhelm Funkel hat es schon wieder getan: Der Trainer-Routinier hat zum siebten Mal in seiner langen Laufbahn einen Verein in die Bundesliga geführt – der 1. FC Köln steht neben dem Hamburger SV als Aufsteiger fest. Der 71-Jährige hatte die Geißböcke erst vor zwei Wochen übernommen, um den damals gefährdeten Sprung unter die ersten beiden Plätze der 2. Bundesliga sicherzustellen. Nach dem 4:0 gegen Mitaufstiegsaspirant 1. FC Kaiserslautern am Sonntag und des zeitgleichen 2:3 des HSV in Fürth steht sogar die Zweitliga-Meisterschaft für den FC fest.
Auf einen Blick: Der 34. Zweitliga-Spieltag / Die Abschlusstabelle
Den dritten Rang sicherte sich Überraschungsteam SV 07 Elversberg mit einem 2:1 über Schalke 04. Zeitgleich verlor der SC Paderborn 07 0:3 beim Karlsruher SC und Fortuna Düsseldorf 2:4 beim 1.FC Magdeburg, weshalb sogar ein Punkt genügt hätte.
Funkel führt 1. FC Köln als Zweitliga-Meister zum Aufstieg
Der 1. FC Köln und Trainer-Routinier Friedhelm Funkel sind jeweils zum siebten Mal in die Bundesliga aufgestiegen. Mit einem 4:0 (2:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern sicherten sich die Rheinländer am letzten Spieltag auch die Zweitliga-Meisterschaft. Tore von Eric Martel (14. Minute), Luca Waldschmidt (29.), Florian Kainz (76.) und Mark Uth (87.) sorgten am Sonntag für den zweiten Kölner Sieg im zweiten Spiel unter der Leitung von Funkel. Waldschmidt scheiterte zudem mit einem Foulelfmeter am Lauterer Keeper Julian Krahl (56.).

Der 71 Jahre alte Funkel hatte den FC zum dritten Mal übernommen, weil der Traditionsklub den Wiederaufstieg in Gefahr sah und sich von Coach Gerhard Struber und Sportchef Christian Keller getrennt hatte. Funkel baute nun zwei persönliche Rekorde aus: Kein Trainer stieg öfter in die Bundesliga auf und kein Trainer war bei einem Aufstieg älter als er. Schon 2018 hatte er mit Fortuna Düsseldorf für beide Rekorde gesorgt. In der vergangenen Saison hatte Funkel noch die Lauterer vor dem Abstieg gerettet und ins Pokalfinale geführt.
„Friedhelm hat uns perfekt eingestellt. Diese Ruhe, die er reinbringt. Das ist einfach Wahnsinn“, sagte Abwehrspieler Dominique Heintz bei „Sky“. „Ich hätte auch nichts dagegen, wenn er noch ein Jahr bei uns bleibt.“
Für die Gäste gab es trotz der kleinen Chance auf die Aufstiegs-Relegation diesmal aber nichts zu holen. Nachdem FCK-Torhüter Krahl zu Beginn schon zwei Kölner Großchancen vereitelt hatte, war er nach einer knappen Viertelstunde bei Martels Kopfball erstmals machtlos. Weil Kaiserslautern in der Folge kopflos aufbaute, ergaben sich für den FC im eigenen Stadion Räume zum Kontern. Einen dieser Angriffe schloss Waldschmidt nach Vorarbeit von Damion Downs zur Vor-Entscheidung ab.
In der Folgezeit herrschte im mit 50.000 Fans ausverkauften Kölner Stadion Partystimmung – auch weil Kaiserslautern völlig harmlos blieb. Zwanzig Minuten vor dem Spielende gab es allerdings auch Pfiffe – bei der Einwechslung von Tim Lemperle. Der 23-Jährige war vor einer Woche auf einem Partyschiff auf dem Rhein betrunken in eine körperliche Auseinandersetzung verwickelt und verletzt worden. Funkel hatte ihn trotzdem in den Spielkader berufen.
HSV gibt gegen Greuther Fürth Zweitliga-Meisterschaft aus der Hand
Angeführt vom dreifachen Torschützen Felix Klaus hat sich die SpVgg Greuther Fürth mit einem großen Heimsieg gegen Bundesliga-Aufsteiger Hamburger SV den Ligaverbleib gesichert. In einem packenden Saisonfinale gewannen die Franken mit 3:2 (1:0). Der HSV, für den Jean-Luc Dompé (50. Minute) per Freistoß zum 1:1 traf und Elfmeterschütze Robert Glatzel (67.) auf 2:3 verkürzen konnte, verpasste durch die Niederlage als Zugabe zur Erstliga-Rückkehr die Zweitliga-Meisterschaft.
Bei den Fürthern durfte sich der neue Cheftrainer Thomas Kleine nach einer turbulenten Schlussphase als Retter feiern lassen. Mann des Tages vor 16.126 Fans im ausverkauften Ronhof war allerdings der 32-jährige Klaus. Der Routinier, der zu Beginn des Jahres nach Fürth zurückgekehrt war, erzielte ausgerechnet im Saisonfinale seine ersten Tore im Kleeblatt-Trikot.
Beim 1:0 drosch Klaus den Ball im Nachschuss unter die Latte (40.). Dann traf er nach Foul an Kapitän Branimir Hrgota eiskalt vom Elfmeterpunkt zum 2:1 (57.). Und mit einem Volleyschuss legte er das 3:1 nach (63.). Mit 39 Punkten retteten sich die Franken aus eigener Kraft vor der Relegation.
Das Spiel gegen den HSV war höchst unterhaltsam. Beide Teams verzeichneten noch Lattentreffer durch Noel Futkeu (55.) und den beim HSV eingewechselten Davie Selke (75.). Ein weiterer Foulelfmeter für die Hamburger zum möglichen 3:3 wurde in der Nachspielzeit nach Videobeweis ebenso vom Schiedsrichter kassiert wie das ganz späte 3:3 von Daniel Elfadli wegen eines vorausgegangenen Stürmerfouls. Selke sicherte sich mit 22 Treffern die Torschützenkrone.
SV Elversberg schlägt Schalke und spielt um die Bundesliga
Der Traum von der Bundesliga lebt: Die SV Elversberg spielt in der Relegation gegen den 1. FC Heidenheim um den Aufstieg. Die Mannschaft von Trainer Horst Steffen gewann beim FC Schalke 04 verdient mit 2:1 (1:0) und sicherte damit Tabellenplatz drei. Vor 62.077 Fans in der Gelsenkirchener Arena erzielten Lukas Petkov in der 20. Minute und Maurice Neubauer (47.) die sehr sehenswerten Tore für den Klub aus der kleinen saarländischen Gemeinde Spiesen-Elversberg. Schalke enttäuschte dagegen mal wieder. Statt oben anzugreifen, kämpfte der Revierklub in dieser Zweitliga-Saison lange gegen den Abstieg. Yassin Ben Balla erzielte das einzige Schalker Tor des Tages (85.).
Für Elversberg ist nun der ganz große Coup möglich. Der Verein, der 2022 noch in der viertklassigen Regionalliga Südwest spielte, überzeugte mit einem starken Saison-Endspurt. Seit gut zwei Monaten hat die SVE nicht mehr verloren. Im Kampf um den Relegationsplatz lässt der Verein namhafte Traditionsvereine wie Fortuna Düsseldorf oder den 1. FC Kaiserslautern hinter sich. In den Entscheidungsspielen um die Erstklassigkeit tritt Elversberg am Donnerstag zunächst in Heidenheim an. Das Rückspiel findet vier Tage später vor heimischer Kulisse statt.
0:3 in Karlsruhe: Paderborn beendet Saison als Vierter
Der SC Paderborn ist im Aufstiegsrennen leer ausgegangen und beendet die Saison als Tabellenvierter. Die Ostwestfalen verloren am letzten Spieltag mit 0:3 (0:0) beim Karlsruher SC. Um noch auf den Relegationsrang oder gar einen direkten Aufstiegsplatz zu springen, hätten sie zusätzlich allerdings auch noch Patzer der Konkurrenz gebraucht. Der KSC schließt die Spielzeit auf Platz acht ab.
Mittelfeldspieler Lilian Egloff traf in der 50. und 54. Minute für die Badener. Es waren die ersten beiden Saisontore des 22-Jährigen. Verteidiger Marcel Franke legte vor 31.190 Fans im Wildpark später noch nach (72.). Trainer Lukas Kwasniok verlässt Paderborn nach insgesamt vier Jahren dennoch erhobenen Hauptes. Die Zukunft des 43-Jährigen, der seinen auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängert hat, ist noch offen.
Fortuna Düsseldorf verliert in Magdeburg: am Ende nur Sechster
Fortuna Düsseldorf ist nach einer Niederlage zum Saisonabschluss noch auf Platz sechs zurückgefallen. Mit einer Minimalchance auf den Relegationsplatz ins Spiel gegangen unterlagen die Rheinländer beim 1. FC Magdeburg trotz Führung mit 2:4 (1:0). Allerdings hätte selbst ein Sieg nicht mehr gereicht, da Elversberg sich keinen Patzer leistete.
Matthias Zimmermann (19. Minute) schoss Fortuna vor 27.265 Fans, darunter 3.000 aus Düsseldorf, in Führung, ehe Jean Hugonet (47.) zum Ausgleich traf. Xavier Amaechi (60.) und Alexander Nollenberger (73.) drehten mit ihren Treffern das Spiel. Ísak Jóhannesson (81.) gelang der Anschluss. Martijn Kaars (90.+2.) markierte den Endstand. Der FCM zog als Tabellen-Fünfter noch an den punktgleichen Düsseldorfern vorbei und verbucht mit 53 Punkten seine beste Zweitliga-Saison.
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