Rumänische Nationalmannschaft [RUM]
24.10.2008 - 20:09 Uhr
21.11.2025 - 21:38 Uhr
Das Rückspiel gegen Bosnien-Herzegowina begann vielversprechend, da unsere Jungs direkt an die spielerische Leistung aus dem Österreich-Spiel anzuknüpfen wussten und in der ersten Halbzeit allein in puncto Chancenverwertung zu kritisieren wären. Mit dem 0:1 Halbzeitstand nach einem eleganten Lupfer von Bîrligea waren die Bosnier ob der zahlreichen und teilweise hochkarätigen rumänischen Möglichkeiten mehr als nur gut bedient.
In Halbzeit 2 wurde die Mannschaft dann etwas fahrlässig und konnte das Spiel nicht mehr gleichermaßen kontrollieren, sodass die Partie fahriger, körperbetonter und chaotischer wurde, was wiederum den Gastgebern entgegenkam. Nach einem individuellen Patzer von Racovițan konnte Džeko zum 1:1 ausgleichen. Endgültig die Kontrolle verloren wir anschließend nach einer mehr als vermeidbaren roten Karte des neu eingewechselten Drăguș nach nur wenigen Minuten Einsatzzeit, wodurch der Spieler von Trabzonspor auch in der ersten Play Off Partie fehlen wird. Nichtsdestotrotz brauchte Bosnien letztendlich einen Sonntagsschuss, um 2:1 in Führung zu gehen, ehe den Gastgebern gegen eine inzwischen komplett indisponierte und in Unterzahl agierende rumänische Mannschaft kurz vor Schluss auch der Treffer zum 3:1 gelang.
Ähnlich wie das Hinspiel hätte auch das Rückspiel ergebnistechnisch ganz anders ausgehen können. In beiden Fällen fehlte das nötige Spielglück, wenngleich individuelle Fehler - vor allem in der Abwehr und bei der roten Karte - sowie die suboptimale Chancenverwertung in Halbzeit 1 ihr Übriges taten. Aufgrund zahlreicher verletzter und gesperrter Innenverteidiger, musste ein neu formiertes Duo aus Virgil Ghiță - gegen Österreich nach seiner Einwechslung und dem Tor noch Matchwinner - und Racovițan herhalten, welches alles andere als eingespielt war und oftmals überfordert wirkte. Letzten Endes muss man diese Partie korrekt als Betriebsunfall abhaken, die richtigen Lektionen lernen und die nächsten Spiele abgeklärter zu Ende spielen. Einiges an Souveränität sollte per se schon einmal mit der Rückkehr von Drăgușin, Burcă und Stanciu Einzug halten.
Im letzten, bedeutungslosen Spiel gegen Fussballzwerg San Marino konnte das Team in Ploiești einen ungefährdeten 7:1 Erfolg einfahren, was den höchsten Sieg seit den 90er Jahren darstellt! Auch wenn der Gegner alles andere als ein Schwergewicht ist, muss man 7 Tore erst einmal erzielen und die Partie so seriös zu Ende spielen, wenn es eigentlich um nichts mehr geht. In puncto Attitüde kann man dieser Generation - nicht nur bei dieser Partie - meiner Meinung nach selten einen Vorwurf machen, da sind wir aus der Vergangenheit ganz anderes gewohnt.
Im Play-Off Ende März, über welches man sich über die Nations League qualifiziert hat, treffen wir zunächst auf die Türkei, ehe wir im Falle eines Sieges gegen den Sieger der Partie Slowakei - Kosovo antreten dürften. Beide Partien werden/würden auswärts ausgespielt werden, sodass wir von unserem gewohnten Losglück diesmal vollumfänglich verschont blieben
Auf dem Papier ist man gegen die Türkei klarer Außenseiter, da der Marktwert der türkischen Mannschaft rund 6 mal höher angesiedelt ist als der unsere und die Kleinasiaten hochkarätige Spieler wie Çalhanoğlu, Güler oder Kenan Yıldız aufbieten können. Nichtsdestotrotz bin ich gerade deswegen optimistisch, da wir in den letzten Jahren relativ regelmäßig Partien gegen ähnlich starke Mannschaften (im Vergleich zu der Türkei) wie die Schweiz, Ukraine oder letztens Österreich für uns entscheiden konnten. Gegen all diese Teams konnten wir aus der Rolle des Outsiders heraus über eine kompakte Defensivleistung, aggressives Pressing und hartem Zweikampfverhalten ins Spiel finden und dann mehr und mehr spielerische Stiche setzen und die Partien final für uns entscheiden. Die Mannschaft kann also in solchen Momenten durchaus über sich hinauswachsen und historisch gesehen liegt uns die Türkei auch relativ gut.
Davon kann man sich natürlich nichts kaufen und die Türkei geht definitiv als Favorit in das Match, aber ein bisschen Optimismus darf man ob der letzten Jahre dennoch wahren.
Hai România!
In Halbzeit 2 wurde die Mannschaft dann etwas fahrlässig und konnte das Spiel nicht mehr gleichermaßen kontrollieren, sodass die Partie fahriger, körperbetonter und chaotischer wurde, was wiederum den Gastgebern entgegenkam. Nach einem individuellen Patzer von Racovițan konnte Džeko zum 1:1 ausgleichen. Endgültig die Kontrolle verloren wir anschließend nach einer mehr als vermeidbaren roten Karte des neu eingewechselten Drăguș nach nur wenigen Minuten Einsatzzeit, wodurch der Spieler von Trabzonspor auch in der ersten Play Off Partie fehlen wird. Nichtsdestotrotz brauchte Bosnien letztendlich einen Sonntagsschuss, um 2:1 in Führung zu gehen, ehe den Gastgebern gegen eine inzwischen komplett indisponierte und in Unterzahl agierende rumänische Mannschaft kurz vor Schluss auch der Treffer zum 3:1 gelang.
Ähnlich wie das Hinspiel hätte auch das Rückspiel ergebnistechnisch ganz anders ausgehen können. In beiden Fällen fehlte das nötige Spielglück, wenngleich individuelle Fehler - vor allem in der Abwehr und bei der roten Karte - sowie die suboptimale Chancenverwertung in Halbzeit 1 ihr Übriges taten. Aufgrund zahlreicher verletzter und gesperrter Innenverteidiger, musste ein neu formiertes Duo aus Virgil Ghiță - gegen Österreich nach seiner Einwechslung und dem Tor noch Matchwinner - und Racovițan herhalten, welches alles andere als eingespielt war und oftmals überfordert wirkte. Letzten Endes muss man diese Partie korrekt als Betriebsunfall abhaken, die richtigen Lektionen lernen und die nächsten Spiele abgeklärter zu Ende spielen. Einiges an Souveränität sollte per se schon einmal mit der Rückkehr von Drăgușin, Burcă und Stanciu Einzug halten.
Im letzten, bedeutungslosen Spiel gegen Fussballzwerg San Marino konnte das Team in Ploiești einen ungefährdeten 7:1 Erfolg einfahren, was den höchsten Sieg seit den 90er Jahren darstellt! Auch wenn der Gegner alles andere als ein Schwergewicht ist, muss man 7 Tore erst einmal erzielen und die Partie so seriös zu Ende spielen, wenn es eigentlich um nichts mehr geht. In puncto Attitüde kann man dieser Generation - nicht nur bei dieser Partie - meiner Meinung nach selten einen Vorwurf machen, da sind wir aus der Vergangenheit ganz anderes gewohnt.
Im Play-Off Ende März, über welches man sich über die Nations League qualifiziert hat, treffen wir zunächst auf die Türkei, ehe wir im Falle eines Sieges gegen den Sieger der Partie Slowakei - Kosovo antreten dürften. Beide Partien werden/würden auswärts ausgespielt werden, sodass wir von unserem gewohnten Losglück diesmal vollumfänglich verschont blieben
Auf dem Papier ist man gegen die Türkei klarer Außenseiter, da der Marktwert der türkischen Mannschaft rund 6 mal höher angesiedelt ist als der unsere und die Kleinasiaten hochkarätige Spieler wie Çalhanoğlu, Güler oder Kenan Yıldız aufbieten können. Nichtsdestotrotz bin ich gerade deswegen optimistisch, da wir in den letzten Jahren relativ regelmäßig Partien gegen ähnlich starke Mannschaften (im Vergleich zu der Türkei) wie die Schweiz, Ukraine oder letztens Österreich für uns entscheiden konnten. Gegen all diese Teams konnten wir aus der Rolle des Outsiders heraus über eine kompakte Defensivleistung, aggressives Pressing und hartem Zweikampfverhalten ins Spiel finden und dann mehr und mehr spielerische Stiche setzen und die Partien final für uns entscheiden. Die Mannschaft kann also in solchen Momenten durchaus über sich hinauswachsen und historisch gesehen liegt uns die Türkei auch relativ gut.
Davon kann man sich natürlich nichts kaufen und die Türkei geht definitiv als Favorit in das Match, aber ein bisschen Optimismus darf man ob der letzten Jahre dennoch wahren.
Hai România!
06.04.2026 - 20:22 Uhr
Unser bisheriger Coach Mircea Lucescu musste im Vorfeld des Slowakei-Spiels aufgrund eines Myokardinfarkts in ein Bukarester Krankenhaus eingeliefert werden. Dieses hätte er am Freitag wieder verlassen sollen, fiel jedoch in Folge eines zweiten Infarkts in ein Koma, welches bis zum jetzigen Zeitpunkt anhält.
Es ist in Rumänien allseits bekannt, dass Herr Lucescu den Fussball liebte wie nichts anderes und ein entspannter Ruhestand für ihn nie in Frage gekommen wäre. Bis zum Ende seiner Tage wollte er 100% geben und seine Begeisterung für diesen Sport vollumfänglich ausleben. Gesundheitliche Probleme plagten ihn hierbei mit einer gewissen Regelmäßigkeit schon seit einigen Jahren. Aufzugeben wäre für Il Luce dennoch nie infrage gekommen. Am 26.03 saß er in der Play Off Partie gegen die Türkei noch auf der Bank, gab in gewohnter Manier über 90 Minuten alles und wirkte teilweise agiler und spritziger als so einige jüngere Trainerkollegen.
Dem rumänischen Fussballverband zufolge sei der erste Infarkt während einer Ansprache an die Mannschaft im Nachgang an das Türkei-Match geschehen und mitunter mit dessen Verärgerung über den Ausgang des Spiels zu erklären. Das zeigt auch, mit wie viel Leidenschaft Il Luce auch als ältester Nationaltrainer aller Zeiten (diesen Rekord knackte er in ebendiesem Play-Off) noch seinen Beruf ausübte.
An dieser Stelle wünsche ich ihm und seiner Familie viel Stärke und dass das Ganze einen guten und gesunden Ausgang nimmt!❤️
Zum Sportlichen:
Im Play-Off gegen die Türkei stand unsere Mannschaft über 90 Minuten kompakt, sodass die Kleinasiaten trotz spielerischer Überlegenheit zu nicht allzu vielen Möglichkeiten kamen. Nach vorne waren wir jedoch nicht gefährlich genug, sodass ein Abwehrfehler auf unserer Seite ausreichte, um das Spiel 1:0 zugunsten der Türkei zu entscheiden. Dies ist leider nicht das erste Spiel, in welchem wir nach einer mehr als ordentlichen Defensivleistung unserer eigenen Mutlosigkeit erliegen. Das lief beispielsweise im Rückspiel gegen Österreich besser, als wir defensiv ausgerichtet in das Spiel starteten und dann nach und nach auf eine kalkulierte Art und Weise mehr und mehr Nadelstiche setzten und das Spiel letztendlich verdient mit 1:0 gewannen.
Insgesamt waren wir aber der ersten WM-Teilnahme nach 28 Jahren gar nicht so fern und hätten diese durchaus erreichen können, wenn wir unsere 2024-Form auch in die Jahre 2025 und 2026 mitgenommen hätten. Bei der EURO 2024 haben wir selbst gesehen, was mit Leidenschaft, etwas Mut und einer cleveren Taktik drin sein kann, als wir trotz eines Mannschaftsmarktwerts von 90 Mio. (geringster Wert aller qualifizierten Teams) unsere Gruppe gewannen und ins Achtelfinale einzogen. Wenn wir daran über längere Strecken anknüpfen, wird es sicherlich bald wieder für eine WM-Teilnahme reichen!
Es ist in Rumänien allseits bekannt, dass Herr Lucescu den Fussball liebte wie nichts anderes und ein entspannter Ruhestand für ihn nie in Frage gekommen wäre. Bis zum Ende seiner Tage wollte er 100% geben und seine Begeisterung für diesen Sport vollumfänglich ausleben. Gesundheitliche Probleme plagten ihn hierbei mit einer gewissen Regelmäßigkeit schon seit einigen Jahren. Aufzugeben wäre für Il Luce dennoch nie infrage gekommen. Am 26.03 saß er in der Play Off Partie gegen die Türkei noch auf der Bank, gab in gewohnter Manier über 90 Minuten alles und wirkte teilweise agiler und spritziger als so einige jüngere Trainerkollegen.
Dem rumänischen Fussballverband zufolge sei der erste Infarkt während einer Ansprache an die Mannschaft im Nachgang an das Türkei-Match geschehen und mitunter mit dessen Verärgerung über den Ausgang des Spiels zu erklären. Das zeigt auch, mit wie viel Leidenschaft Il Luce auch als ältester Nationaltrainer aller Zeiten (diesen Rekord knackte er in ebendiesem Play-Off) noch seinen Beruf ausübte.
An dieser Stelle wünsche ich ihm und seiner Familie viel Stärke und dass das Ganze einen guten und gesunden Ausgang nimmt!❤️
Zum Sportlichen:
Im Play-Off gegen die Türkei stand unsere Mannschaft über 90 Minuten kompakt, sodass die Kleinasiaten trotz spielerischer Überlegenheit zu nicht allzu vielen Möglichkeiten kamen. Nach vorne waren wir jedoch nicht gefährlich genug, sodass ein Abwehrfehler auf unserer Seite ausreichte, um das Spiel 1:0 zugunsten der Türkei zu entscheiden. Dies ist leider nicht das erste Spiel, in welchem wir nach einer mehr als ordentlichen Defensivleistung unserer eigenen Mutlosigkeit erliegen. Das lief beispielsweise im Rückspiel gegen Österreich besser, als wir defensiv ausgerichtet in das Spiel starteten und dann nach und nach auf eine kalkulierte Art und Weise mehr und mehr Nadelstiche setzten und das Spiel letztendlich verdient mit 1:0 gewannen.
Insgesamt waren wir aber der ersten WM-Teilnahme nach 28 Jahren gar nicht so fern und hätten diese durchaus erreichen können, wenn wir unsere 2024-Form auch in die Jahre 2025 und 2026 mitgenommen hätten. Bei der EURO 2024 haben wir selbst gesehen, was mit Leidenschaft, etwas Mut und einer cleveren Taktik drin sein kann, als wir trotz eines Mannschaftsmarktwerts von 90 Mio. (geringster Wert aller qualifizierten Teams) unsere Gruppe gewannen und ins Achtelfinale einzogen. Wenn wir daran über längere Strecken anknüpfen, wird es sicherlich bald wieder für eine WM-Teilnahme reichen!
07.04.2026 - 22:46 Uhr
Ich wünsche dem rumänischen Volk, Fußballfans und der Familie von Herrn Lucescu viel Kraft und mein herzliches Beileid. Er war eine echte Legende und wird mir genauso in Erinnerung bleiben. Möge er in Frieden ruhen
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