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Hauptsponsor Jobrad + weitere Sponsoren

14.03.2007 - 12:51 Uhr
Ich fände Lotto als Trikotsposor gar nicht lustig, ähnlich wie Brauereien mit Augenmerk auf alkoholischen Getränken. Wir sollten als sich selbst als gesellschaftlich wertvoll vermaktender Verein in der Lage sein Geld zu machen ohne dabei die Sucht(probleme) von Menschen (inkl. unserer eigenen Fans) auszunutzen, durch die diese ihre eigene Existenz nachhaltig zerstören, beziehungsweise diese nachhaltig zerstört wird.

Letztendlich ist es natürlich eigener Geschmack, aber ich fände da (ohne mich mit diesen genauer auseinandergesetzt zu haben) die anderen Unternehmen deutlich unproblematischer, auch wenn EDEKA wenn ich mich recht entsinne in der Vergangenheit wegen Problemen bezüglich des Tierwohls in der Kritik stand.
Zitat von scfFanInNRW
Ich fände Lotto als Trikotsposor gar nicht lustig, ähnlich wie Brauereien mit Augenmerk auf alkoholischen Getränken. Wir sollten als sich selbst als gesellschaftlich wertvoll vermaktender Verein in der Lage sein Geld zu machen ohne dabei die Sucht(probleme) von Menschen (inkl. unserer eigenen Fans) auszunutzen, durch die diese ihre eigene Existenz nachhaltig zerstören, beziehungsweise diese nachhaltig zerstört wird.

Letztendlich ist es natürlich eigener Geschmack, aber ich fände da (ohne mich mit diesen genauer auseinandergesetzt zu haben) die anderen Unternehmen deutlich unproblematischer, auch wenn EDEKA wenn ich mich recht entsinne in der Vergangenheit wegen Problemen bezüglich des Tierwohls in der Kritik stand.


EDEKA oder der Lebensmitteleinzelhandel sind keineswegs „unproblematische“ Sponsoren. Historisch wie aktuell ist der Lebensmittelhandel tief in ausbeuterische Strukturen eingebettet. Globale Lieferketten basieren vielfach auf imperialen Abhängigkeitsverhältnissen, niedrigen Erzeugerpreisen, massiver Marktmacht gegenüber Produzenten und prekären Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Hinzu kommen wiederholte Skandale zu Tierwohl, Preisabsprachen und dem systematischen Druck auf Landwirte.

Gerade in den letzten Jahren haben große Handelskonzerne enorme, kaum legitimierbare Gewinnzuwächse erzielt, während breite Teile der Bevölkerung beim täglichen Einkauf massiv unter steigenden Preisen leiden. Profitiert haben davon vor allem die besitzenden Familien und Anteilseigner, nicht etwa Beschäftigte oder Verbraucher. Diese Form der Gewinnmitnahme ist gesellschaftlich mindestens ebenso problematisch wie die Geschäftsmodelle von Brauereien, Glücksspielanbietern oder internationalen Industriekonzernen.

Der Lebensmittelhandel verkauft sich gern als neutraler Versorger, ist aber ein zentraler Machtfaktor im Kapitalismus, der soziale Ungleichheit verschärft und Verantwortung systematisch nach unten weiterreicht. Ihn moralisch über Brauereien, chinesische Autohersteller oder andere Konzerne zu stellen, ist daher keine differenzierte Bewertung, sondern eine bequeme Verklärung.
Ein Haar in der Suppe findet sich doch bei jedem Betrieb. Letztendlich besteht ein Betrieb um Gewinne zu erwirtschaften und dem/den Eigentümern zu Geld zu verhelfen, welches meist zu den Gehältern der Angestellten in keinerlei Relation mehr steht.
Egal welches Unternehmen am Ende das Sponsoring übernimmt, es wird am Ende einen Beitrag dazu leisten, dass sich Menschen die mit dem Fuß gegen einen Ball treten Millionen im Jahr in die Tasche stecken.
So siehts aus Leute, ihr könnt das ändern, wir können das ändern, aber hier im Forum solche Beiträge zu schreiben wird alleine nicht ausreichen. So viel kann ich euch sagen zwinker

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Atu - Yilmaz, Lienhart, Ginter, Ogbus - Osterhage, Manzambi - Weißhaupt, Doan - Röhl, Adamu
Zitat von Kolunji
Zitat von scfFanInNRW

Ich fände Lotto als Trikotsposor gar nicht lustig, ähnlich wie Brauereien mit Augenmerk auf alkoholischen Getränken. Wir sollten als sich selbst als gesellschaftlich wertvoll vermaktender Verein in der Lage sein Geld zu machen ohne dabei die Sucht(probleme) von Menschen (inkl. unserer eigenen Fans) auszunutzen, durch die diese ihre eigene Existenz nachhaltig zerstören, beziehungsweise diese nachhaltig zerstört wird.

Letztendlich ist es natürlich eigener Geschmack, aber ich fände da (ohne mich mit diesen genauer auseinandergesetzt zu haben) die anderen Unternehmen deutlich unproblematischer, auch wenn EDEKA wenn ich mich recht entsinne in der Vergangenheit wegen Problemen bezüglich des Tierwohls in der Kritik stand.


EDEKA oder der Lebensmitteleinzelhandel sind keineswegs „unproblematische“ Sponsoren. Historisch wie aktuell ist der Lebensmittelhandel tief in ausbeuterische Strukturen eingebettet. Globale Lieferketten basieren vielfach auf imperialen Abhängigkeitsverhältnissen, niedrigen Erzeugerpreisen, massiver Marktmacht gegenüber Produzenten und prekären Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Hinzu kommen wiederholte Skandale zu Tierwohl, Preisabsprachen und dem systematischen Druck auf Landwirte.

Gerade in den letzten Jahren haben große Handelskonzerne enorme, kaum legitimierbare Gewinnzuwächse erzielt, während breite Teile der Bevölkerung beim täglichen Einkauf massiv unter steigenden Preisen leiden. Profitiert haben davon vor allem die besitzenden Familien und Anteilseigner, nicht etwa Beschäftigte oder Verbraucher. Diese Form der Gewinnmitnahme ist gesellschaftlich mindestens ebenso problematisch wie die Geschäftsmodelle von Brauereien, Glücksspielanbietern oder internationalen Industriekonzernen.

Der Lebensmittelhandel verkauft sich gern als neutraler Versorger, ist aber ein zentraler Machtfaktor im Kapitalismus, der soziale Ungleichheit verschärft und Verantwortung systematisch nach unten weiterreicht. Ihn moralisch über Brauereien, chinesische Autohersteller oder andere Konzerne zu stellen, ist daher keine differenzierte Bewertung, sondern eine bequeme Verklärung.


Oh wow. Natürlich. Man muss ja wirklich mit der Lupe durchs Stadion laufen und verzweifelt das letzte Haar in der Suppe suchen, um die eigene Kapitalismuskritik unterzubringen.

Sag mal: Hast du eigentlich irgendeinen Vorschlag für einen ethisch-moralisch lupenreinen Sponsor in der wunderbar heilen, sozialen Welt des Profifußballs?

Klar, theoretisch kann man darüber reden, dass Sponsoren aus Waffen-, Alkohol- oder Glücksspielbranchen rausfallen. Fair enough.

Aber wo genau fängt deine moralische Wohlfühlzone dann an?

Warst du eigentlich schon mal im Europa-Park Stadion?
Also in dem Stadion, dessen Namensgeber bekanntermaßen für faire Löhne, perfekte Arbeitsbedingungen steht?

Oder hast du schon mal ein Jobrad geleast? Diese Fahrräder, die selbstverständlich nicht irgendwo in Malaysia oder China produziert werden – unter Bedingungen, die garantiert exakt unseren Umwelt- und Sozialstandards entsprechen?

Und apropos: Schon mal gemütlich die Stadionzeit die von Stauß Immobilien gesponsort wird gehört? Ich nehme an, das ist das Unternehmen, das sich mit Herzblut dem sozialen Wohnungsbau in Freiburg verschrieben hat. Oder?

Aber klar – lass uns gern weiter so tun, als ließe sich Profifußball mit moralischer Reinheit auf Bio-Demeter-Niveau betreiben.
Zitat von Kolunji

Zitat von scfFanInNRW

Ich fände Lotto als Trikotsposor gar nicht lustig, ähnlich wie Brauereien mit Augenmerk auf alkoholischen Getränken. Wir sollten als sich selbst als gesellschaftlich wertvoll vermaktender Verein in der Lage sein Geld zu machen ohne dabei die Sucht(probleme) von Menschen (inkl. unserer eigenen Fans) auszunutzen, durch die diese ihre eigene Existenz nachhaltig zerstören, beziehungsweise diese nachhaltig zerstört wird.

Letztendlich ist es natürlich eigener Geschmack, aber ich fände da (ohne mich mit diesen genauer auseinandergesetzt zu haben) die anderen Unternehmen deutlich unproblematischer, auch wenn EDEKA wenn ich mich recht entsinne in der Vergangenheit wegen Problemen bezüglich des Tierwohls in der Kritik stand.


EDEKA oder der Lebensmitteleinzelhandel sind keineswegs „unproblematische“ Sponsoren. Historisch wie aktuell ist der Lebensmittelhandel tief in ausbeuterische Strukturen eingebettet. Globale Lieferketten basieren vielfach auf imperialen Abhängigkeitsverhältnissen, niedrigen Erzeugerpreisen, massiver Marktmacht gegenüber Produzenten und prekären Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Hinzu kommen wiederholte Skandale zu Tierwohl, Preisabsprachen und dem systematischen Druck auf Landwirte.

Gerade in den letzten Jahren haben große Handelskonzerne enorme, kaum legitimierbare Gewinnzuwächse erzielt, während breite Teile der Bevölkerung beim täglichen Einkauf massiv unter steigenden Preisen leiden. Profitiert haben davon vor allem die besitzenden Familien und Anteilseigner, nicht etwa Beschäftigte oder Verbraucher. Diese Form der Gewinnmitnahme ist gesellschaftlich mindestens ebenso problematisch wie die Geschäftsmodelle von Brauereien, Glücksspielanbietern oder internationalen Industriekonzernen.

Der Lebensmittelhandel verkauft sich gern als neutraler Versorger, ist aber ein zentraler Machtfaktor im Kapitalismus, der soziale Ungleichheit verschärft und Verantwortung systematisch nach unten weiterreicht. Ihn moralisch über Brauereien, chinesische Autohersteller oder andere Konzerne zu stellen, ist daher keine differenzierte Bewertung, sondern eine bequeme Verklärung.


Danke für die Ergänzung! Im Bereich Lebensmittelhandel absolut nachvollziehbare Punkte, die auch durchaus zu teilen sind. Kenne mich persönlich allerdings zu wenig mit der Thematik aus um selber klare Schuldzuweisungen vorzunehmen. "Lustig" ist auch der mögliche Sponsor aber definitiv nicht, wobei ich EDEKA im Originalpost allerdings auch bereits von den "unproblematischeren" Unternehmen gewissermaßen exkludiert hatte.
Zeigt aber letztendlich ja nur weiter wie komplex sich die Entscheidung (hoffentlich?) gestalten wird für die Verantwortlichen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von scfFanInNRW am 05.02.2026 um 10:02 Uhr bearbeitet
Ihr habtse doch nicht mehr alle, Ihr ballert an Silvester, fliegt mit Ryan Air, sauft Red Bull, bestellt bei Amazon und nutzt Google. Aber der Hauptsponsor vom SC soll ethisch steril sein ....🤮🤮
Zitat von Lindbergh
Ihr habtse doch nicht mehr alle, Ihr ballert an Silvester, fliegt mit Ryan Air, sauft Red Bull, bestellt bei Amazon und nutzt Google. Aber der Hauptsponsor vom SC soll ethisch steril sein ....🤮🤮


Ich hätte es nicht so hart ausgedrückt. Geht aber in die Richtung, die auch denke, wenn ich das alles lese.
Man kann das auch mit dem Wort Doppelmoral bezeichnen.

Von dem her war natürlich Jobrad vordergründig schon ein toller Sponsor.
Aber wurde dort auch darauf geachtet, dass die finanzierten Velos fair hergestellt wurden? Dass diese nicht aus einem Billiglohnland stammten?
Sprich ist bei Jobrad dann alles Gold was glänzt?
Eine Bekannte von mir hat dort gearbeitet. Nach dem, was sie mir berichtet hat würde ich da nicht arbeiten wollen. Aber das mögen andere auch anders sehen.
Zitat von Lindbergh

Ihr habtse doch nicht mehr alle, Ihr ballert an Silvester, fliegt mit Ryan Air, sauft Red Bull, bestellt bei Amazon und nutzt Google. Aber der Hauptsponsor vom SC soll ethisch steril sein ....🤮🤮


Naja, speak for yourself.

Ich fliege schon seit 15 Jahren nicht mehr, bøllere nicht, habe Amazon vor etlichen Jahren den Ruecken gekehrt, habe noch nie Red Bull getrunken und vermeide Google so gut es geht (leider læuft mein Fairphone ich gezwungenermassen immer noch auf Android). Auf tm.de schaue ich auch kaum noch rein und einloggen tue ich mich jetzt extra fuer diesen Post zum ersten Mal seit langem, das ganze Tracking und Co geht mir dermassen auf den Keks.
"Es gibt kein richtiges Leben im Falschen", klar. Aber nur weil dir das alles (mutmasslich!) egal ist musst du ja nicht auf andere schliessen.

Dass mensch an den "etwas anderen Verein" gewisse ethische Massstæbe anlegt und nicht møchte, dass er Werbung fuer Waffenproduktion, Tierleid oder Gluecksspiel macht, ist doch nicht verwerflich.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von scnorweger am 05.02.2026 um 11:07 Uhr bearbeitet
Zitat von Lindbergh
Ihr habtse doch nicht mehr alle, Ihr ballert an Silvester, fliegt mit Ryan Air, sauft Red Bull, bestellt bei Amazon und nutzt Google. Aber der Hauptsponsor vom SC soll ethisch steril sein ....🤮🤮


Auf die ersten drei Punkte verzichte ich tatsächlich. Und ja, es gibt keinen perfekten Sponsor, allerdings gibt es durchaus "besser" und "schlechter". Ebenfalls gibt es einen Unterschied zwischen privater Nutzung und Werbung vor einem Millionenpublikum.

Ich finde auch dass man in keine Hysterie geraten sollte aufgrund eines Schriftzugs mit Unternehmensnamen. Allerdings setzt der SC selbst die Messlatte, an der das eigene Handeln auf sozialer Ebene gemessen werden soll, äußerst hoch an, wie u.a. mit den Sportquartieren oder der Schul-Liga.

Des Weiteren ist hier auch der Vergleich mit Ryanair und Co. kein sinnvoller, da diese Unternehmen gar nicht Teil der Debatte sind und zudem zumindest augenscheinlich deutlich vertretbarer sind. Aber anders ist der "Alles egal"-Standpunkt wahrscheinlich halt nicht verargumentierbar...
Es kann natürlich sein dass Unternehmen wie Lexware, ohne dass ich es mitbekommen habe, doch einen stark negativen Einfluss auf einen beachtlichen Anteil der Weltbevölkerung haben, dann tut es mir leid und ich ziehe zurück.
Zitat von Freiburgolo

...

Sag mal: Hast du eigentlich irgendeinen Vorschlag für einen ethisch-moralisch lupenreinen Sponsor in der wunderbar heilen, sozialen Welt des Profifußballs?
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Aber klar – lass uns gern weiter so tun, als ließe sich Profifußball mit moralischer Reinheit auf Bio-Demeter-Niveau betreiben.


Genau darum geht es mir ja nicht: Ich suche keinen moralisch lupenreinen Sponsor und ich glaube auch nicht, dass es den im Profifußball überhaupt geben kann. Das ist innerhalb dieses Systems eine Illusion. Profifußball ist Teil kapitalistischer Verwertungslogik und Sponsoring ist nichts anderes als der Zukauf von Legitimität und Sichtbarkeit durch Kapital.

Mein Punkt ist ein anderer: Wenn man anfängt, einzelne Branchen moralisch herauszuheben oder andere als „unproblematisch“ zu labeln, betreibt man keine Ethik, sondern Schönfärberei. Der Lebensmitteleinzelhandel ist strukturell genauso Teil von Ausbeutung, Machtkonzentration und Krisengewinnen wie eine Brauerei, ein chinesischer Autohersteller oder ein Freizeitkonzern. Unterschiedliche Branchen, gleiche Logik: Profitmaximierung auf Kosten anderer.

Gewisse harte Grenzen kann und sollte man ziehen – Rüstungsindustrie, Glücksspiel, vielleicht noch ein paar weitere Extremfälle. Aber darüber hinaus wird jede Hierarchisierung schnell willkürlich. Wer EDEKA für akzeptabel hält, aber Brauereien oder ausländische Konzerne moralisch disqualifiziert, blendet aus, dass Ausbeutung nicht die Ausnahme ist, sondern der Normalzustand kapitalistischer Produktion.
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