DFB und DFB-Teams

Rund um die Taktik der Nationalmannschaft

22.04.2009 - 18:55 Uhr
Zitat von matteagle95
Nach zweimal drüber schlafen frage ich mich immer noch, was für Erkenntnisse wir aus den beiden Spielen gegen Italien jetzt ziehen können. Unter anderem stellt sich für mich die Frage, ob das 3-3-3-1 System eine dauerhafte Alternative für das bestehende 4-2-3-1 sein sollte/könnte. Denn die Vorzüge dieses Systems haben wir besonders in der ersten Halbzeit des Rückspiels ja zu sehen bekommen.

Die Frage ist wahrscheinlich zunächst einmal gar nicht die nach dem System, sondern nach der Ausrichtung. Wollen bzw. können wir dieses Pressing/Gegenpressing aus der ersten Halbzeit in Zukunft spielen? Wenn ja, bietet das 3-3-3-1 durchaus Vorteile. Allerdings ist diese Frage wohl viel eher von der Auswahl der Spieler abhängig. Ich habe etwas den Eindruck, dass die Idee dieses Pressings erst im Verlauf des Hinspiels entstanden ist, auch beflügelt vom Fehlen einiger Stammspieler wie Wirtz oder Havertz, sowie durch das gute Auftreten von Goretzka im Hinspiel.

Letztendlich wäre es toll, die Nationalmannschaft häufiger so wie in der ersten Halbzeit zu sehen. Jedoch sehe ich da noch einige Punkte, die da noch dagegen sprechen:

1) Kann man eine solche Spielweise in einem Turnier, das im Sommer 8 Spiele innerhalb von etwas mehr als einem Monat vorsieht und möglicherweise Spiele zur Mittagszeit in Mexiko oder Kalifornien beinhalten wird, dauerhaft durchstehen? Wenn ja, haben wir hierfür ausreichend Spieler, die dieses Spiel beherrschen und ohne große Qualitätsverluste rein- und rausrotieren können?

2) Wieviel dieser Dominanz, die in der ersten Halbzeit gegen Italien ausgestrahlt wurde, war der Schwäche Italiens geschuldet? Kann man die so pressingresistenten Spanier mit diesem Spiel auch so beherrschen? Und was passiert, wenn die oberste Pressinglinie überspielt wird und vorne schnelle französische oder englische Konterstürmer stehen?

3) Die zweite Hälfte hat gezeigt, dass wenn die vordere Pressingreihe überspielt ist, ein großes Loch im Zentrum besteht. Die 3-3-3-1 Aufstellung hat diesen Schwachpunkt beim 2:3 offenbart, als Italien leichtes Spiel mit Groß und Tah in der Mitte hatte. Die Qualität im Zentrum ist bei anderen Nationen höher als bei Italien. Daher die Befürchtung, dass man dieses Spiel nicht gegen jeden Gegner so durchführen kann, ohne große Risiken zu befürchten.

4) Torgefahr wurde gegen Italien immer dann erzeugt, wenn nach Ballgewinn durch erfolgreiches Pressing der Ball so schnell wie möglich vertikal nach vorn gespielt wird (Nochmal Kompliment an Stiller hier) und wenn der Strafraum schnell besetzt wurde. Goretzka ist ein Spieler, der dieses Spiel im Blut hat (Pressen und dann sofort in den Strafraum). Havertz, der im Normalfall erste Wahl für die Position im OM wäre, kann das sicherlich auch, ist aber in der Balleroberung selbst weniger stark als Goretzka. Auch die Rückorientierung bei überspielter erster Reihe liegt Goretzka eher als Havertz, wobei gegen Italien Goretzka diese Wege gar nicht so viel gegangen ist. Was wohl auch damit zusammenhängt, dass die erste Reihe in der ersten Halbzeit fast gar nicht mehr überspielt werden konnte. Wie auch immer, was macht man mit Havertz? Und passt Wirtz in dieses System? Auch für Musiala schien es nicht das perfekte System.

Trotzdem - ich fände es gut, wenn die Nationalmannschaft in Zukunft zumindest situativ solche Phasen wie die in der ersten Halbzeit regelmäßiger in ihr Spiel mit aufnähme. Die Frage ist dann, welches System am besten das Umschalten zwischen Phasen von aggressivem Pressing und "ruhigerer" Spielkontrolle innerhalb eines Spiels erlaubt. Ich glaube, mit den vorhandenen Spielern wird man einen solches Umschalten nicht ohne Systemwechsel während des Spiels z.B. von 4-2-3-1 auf 3-3-3-1 und zurück nicht hinbekommen. Und da ist der Knackpunkt, denn ich vermute, dass bei der Auswahl an verfügbaren Spielern ein solcher Systemwechsel ohne Auswechslungen nicht sinnvoll machbar wäre und somit ein situativer Wechsel hin und zurück im Spiel nicht nach Belieben gemacht werden kann. Wie seht ihr das?



Ich denke, wenn wir vom 4-2-3-1 auf ein 3-3-3-1 wechseln, könnten wir die beiden Außenverteidigerpositionen besser ausnutzen. Kimmich könnte dabei als „inverted wingback“ ins Mittelfeld rücken. Dadurch hätten unsere Außenbahnen mehr Raum, und unser Mittelfeld müsste nicht so viel gegen den Ball arbeiten. In der zweiten Reihe hätten wir dann Kimmich, Stiller und Goretzka, mit Mittelstädt, Musiala und Sané hinter Kleindienst an der Spitze.

Allerdings habe ich das Gefühl, dass Goretzka in seiner Defensivdisziplin nicht zuverlässig genug ist, wie man im ersten Spiel gesehen hat. Wenn er nach vorne geht und der Gegner mit langen Bällen unser Pressing überspielt, reicht der Schutz durch Stiller und Kimmich hinten nicht aus.

Im zweiten Spiel, besonders in der zweiten Halbzeit gegen Italien, haben Goretzka und das gesamte Team gepresst, aber ich finde, Goretzka hat nicht genug getan, um Stiller und Kimmich defensiv zu unterstützen. Ich glaube, ein Mittelfeld-„Abräumer“ wie Anton Stach oder Robert Andrich könnte uns flexibler machen, wenn wir tiefer stehen und das Pressingdruck nachlässt. Goretzka ist nicht der richtige Spieler dafür, und wir hätten dann zwei tief liegende Spielgestalter mit unterdurchschnittlicher Defensivarbeit im Mittelfeld. Das ist zu wenig, wenn wir eine defensivere Ausrichtung wählen.

Goretzka ist eher ein offensiver Box-to-Box-Mittelfeldspieler. Mit Kimmich, Stiller und Goretzka zusammen im Mittelfeld bieten wir in diesem System nicht genug Stabilität gegen den Ball. Stiller und Kimmich haben ähnliche Schwächen in der Defensive – sie sind Topspieler, aber jeder hat seine Schwächen. Ihnen fehlt es an Laufbereitschaft im Deckungsbereich, an Athletik und Physis in der Defensive, sie gewinnen nicht genug Duelle, und es mangelt an Tacklingstärke und Biss.

Trotzdem denke ich nicht, dass wir auf eine „Sechs“ wie Stiller verzichten sollten, denn wir brauchen ihn, um das Tempo im Mittelfeld zu kontrollieren, und er ist sehr pressingresistent. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob Goretzka überhaupt starten sollte, denn er scheint mir nicht die ideale Ergänzung für eine langsame, wenig athletische „Sechs“ wie Stiller oder Groß zu sein.

Falls wir uns entscheiden, defensiver zu spielen und der Druck im Pressing nachlässt, würde ich neben Stiller und Kimmich einen defensiv duellstarken und tacklingstarken Mittelfeldspieler aufstellen.

Ich habe schon immer gedacht, dass Karazor nominiert werden könnte. Aber dank Nagelsmanns Theorie eines kleinen Kaders (während fast alle anderen Nationen 26 oder mehr Spieler nominiert haben und wir nur 23), ist er jetzt keine Option mehr.
Zitat von matteagle95
Wie seht ihr das?


Ich hatte ja gestern im ST-Thread schon erwähnt, dass ich kein Fan der Dreierkette bin. Das ruhige, kontrollierende Spiel bekommt die Mannschaft seit Ewigkeiten in dieser Formation nicht hin und das hat man mMn in der zweiten Halbzeit auch gesehen.
Auch deine Bedenken, was den Aufwand angeht, teile ich. Bei einem Turnier kannst du diesen Fußball aus der ersten Halbzeit nicht durchziehen. Und auch die Sorgen bezüglich gegen diverse Gegner, denen man damit womöglich in die Hände spielt, sehe ich ähnlich.

Aktuell führ man diese Diskussion doch mMn in erster Linie aus drei Gründen:
1) Schlotterbeck sah gut aus
2) Goretzka sah gut aus
3) Das Spiel in der ersten Halbzeit sah sehr sehr gut aus.

Um Schlotterbeck reinzubringen, kann man auch Tah rausnehmen. Und bei alle Respekt, NS hat sehr gut gespielt, aber er ist der nicht der Spieler, an dem ich eine Systemfrage ausrichten würde - genausowenig wie an Goretzka.

Wenn man das 3-3-3-1 für die Pressingsituationen will, möchte ich die Frage stellen: Würdet ihr für die situative Möglichkeit des Pressings und all den Macken, die das Team in ruhigen Phasen mit diesem System hat, wirklich auf einen aus Havertz/Kleindienst/Musiala/Wirtz verzichten wollen? Und wenn ja auf wen?
Diese drei Spieler hinter einem Mittelstürmer ist die ***** karte in Gold für jeden gegnerischen Trainer.

Und wenn man auf keinen verzichten will und Goretzka damit draußen wäre (man will ihn ja wohl nicht in der mittleren Dreierrreihe sehen), warum dann überhaupt eine Systemumstellung?

Man kann auch aus einem klassischen 4-2-3-1 ein ähnliches situatives Pressing aufziehen und sich dann wieder in das stabile System zurückfallen lassen, wenn man mehr auf Ballkontrolle und Ruhe aus ist.
In diesem Szenario würden Andrich, Wirtz und Havertz für Tah, Goretzka und Sané spielen. Wenn man in den Pressingsituationen unbedingt hinten drei haben will, schiebt Andrich dorthin, die AV gehen auf die Schiene und man ist in den gleichen Pressingräumen wie am Sonntag.
Dass Wirtz und Havertz dabei so eklatant schlechter sein sollen als Sané und Goretzka, dass es den Mehrwert den Havertz/Wirtz im "normalen" Spiel haben, nicht aufwiegt, finde ich mehr als fraglich - ich würde sogar in Frage stellen, ob die beiden überhaupt wirklich schlechter im Pressing wären.

Klar sehe ich auch, dass die Kombo Musiala/Wirtz/Havertz/echterMS erst zwei Mal begonnen hat und wenn wie am Dienstag zwei fehlen, kann man darüber nachdenken, aber dann braucht es über Wechsel einen vernünftigen Exit-Plan, wenn Kraft oder Spielstand ein kontrolliertes Spiel verlangen, denn das kann das Team in dieser Grundordnung seit Jahren nicht.

•     •     •

Wer hilft mir bei der Identifikation des folgenden typischen tm.de-Geräuschs?

„KLIRR“

Ich konnte es bisher eingrenzen auf:

a) zwei aufeinanderprallende Einzeiler
oder
b) ein Glashaus
Zitat von matteagle95
Nach zweimal drüber schlafen frage ich mich immer noch, was für Erkenntnisse wir aus den beiden Spielen gegen Italien jetzt ziehen können. Unter anderem stellt sich für mich die Frage, ob das 3-3-3-1 System eine dauerhafte Alternative für das bestehende 4-2-3-1 sein sollte/könnte. Denn die Vorzüge dieses Systems haben wir besonders in der ersten Halbzeit des Rückspiels ja zu sehen bekommen.

Die Frage ist wahrscheinlich zunächst einmal gar nicht die nach dem System, sondern nach der Ausrichtung. Wollen bzw. können wir dieses Pressing/Gegenpressing aus der ersten Halbzeit in Zukunft spielen? Wenn ja, bietet das 3-3-3-1 durchaus Vorteile. Allerdings ist diese Frage wohl viel eher von der Auswahl der Spieler abhängig. Ich habe etwas den Eindruck, dass die Idee dieses Pressings erst im Verlauf des Hinspiels entstanden ist, auch beflügelt vom Fehlen einiger Stammspieler wie Wirtz oder Havertz, sowie durch das gute Auftreten von Goretzka im Hinspiel.

Letztendlich wäre es toll, die Nationalmannschaft häufiger so wie in der ersten Halbzeit zu sehen. Jedoch sehe ich da noch einige Punkte, die da noch dagegen sprechen:

1) Kann man eine solche Spielweise in einem Turnier, das im Sommer 8 Spiele innerhalb von etwas mehr als einem Monat vorsieht und möglicherweise Spiele zur Mittagszeit in Mexiko oder Kalifornien beinhalten wird, dauerhaft durchstehen? Wenn ja, haben wir hierfür ausreichend Spieler, die dieses Spiel beherrschen und ohne große Qualitätsverluste rein- und rausrotieren können?

2) Wieviel dieser Dominanz, die in der ersten Halbzeit gegen Italien ausgestrahlt wurde, war der Schwäche Italiens geschuldet? Kann man die so pressingresistenten Spanier mit diesem Spiel auch so beherrschen? Und was passiert, wenn die oberste Pressinglinie überspielt wird und vorne schnelle französische oder englische Konterstürmer stehen?

3) Die zweite Hälfte hat gezeigt, dass wenn die vordere Pressingreihe überspielt ist, ein großes Loch im Zentrum besteht. Die 3-3-3-1 Aufstellung hat diesen Schwachpunkt beim 2:3 offenbart, als Italien leichtes Spiel mit Groß und Tah in der Mitte hatte. Die Qualität im Zentrum ist bei anderen Nationen höher als bei Italien. Daher die Befürchtung, dass man dieses Spiel nicht gegen jeden Gegner so durchführen kann, ohne große Risiken zu befürchten.

4) Torgefahr wurde gegen Italien immer dann erzeugt, wenn nach Ballgewinn durch erfolgreiches Pressing der Ball so schnell wie möglich vertikal nach vorn gespielt wird (Nochmal Kompliment an Stiller hier) und wenn der Strafraum schnell besetzt wurde. Goretzka ist ein Spieler, der dieses Spiel im Blut hat (Pressen und dann sofort in den Strafraum). Havertz, der im Normalfall erste Wahl für die Position im OM wäre, kann das sicherlich auch, ist aber in der Balleroberung selbst weniger stark als Goretzka. Auch die Rückorientierung bei überspielter erster Reihe liegt Goretzka eher als Havertz, wobei gegen Italien Goretzka diese Wege gar nicht so viel gegangen ist. Was wohl auch damit zusammenhängt, dass die erste Reihe in der ersten Halbzeit fast gar nicht mehr überspielt werden konnte. Wie auch immer, was macht man mit Havertz? Und passt Wirtz in dieses System? Auch für Musiala schien es nicht das perfekte System.

Trotzdem - ich fände es gut, wenn die Nationalmannschaft in Zukunft zumindest situativ solche Phasen wie die in der ersten Halbzeit regelmäßiger in ihr Spiel mit aufnähme. Die Frage ist dann, welches System am besten das Umschalten zwischen Phasen von aggressivem Pressing und "ruhigerer" Spielkontrolle innerhalb eines Spiels erlaubt. Ich glaube, mit den vorhandenen Spielern wird man einen solches Umschalten nicht ohne Systemwechsel während des Spiels z.B. von 4-2-3-1 auf 3-3-3-1 und zurück nicht hinbekommen. Und da ist der Knackpunkt, denn ich vermute, dass bei der Auswahl an verfügbaren Spielern ein solcher Systemwechsel ohne Auswechslungen nicht sinnvoll machbar wäre und somit ein situativer Wechsel hin und zurück im Spiel nicht nach Belieben gemacht werden kann. Wie seht ihr das?


Zu den Punkten 1 und 2: Wir spielen doch schon seit längerem ein hohes und teils agressives Mann gegen Mann Pressing. Gegen Spanien haben wir das im Viertelfinale der EM auch immer wieder phasenweise gespielt. Italien hat sich auch immer wieder technisch geschickt lösen können (da wären andere Mannschaften entweder noch mehr baden gegangen oder hätten viel schneller auf das Schlagen von langen Bällen umgestellt) nur waren wir im Gegenpressing einfach überragend (Schlotterbeck!) und die Systemumstellung auf das 3-6-1 hat da sicherlich geholfen, weswegen den Italienern die Puste ausgegangen ist. Ich denke generell, dass wir die Mannschaft dafür haben. Mit Wirtz statt Sane ist sowohl das Pressing als auch das Gegenpressing nochmal ne ganze Ecke besser. Den Punkte 3 sehe ich in dieser Besatzung allerdings ähnlich.

Das 3-6-1 kommt mMn vor allem Schlotterbeck und Goretzka entgegen. Kimmich vielleicht auch, weil er dann sich mehr in die Offensive einschalten kann. Allerdings würde ich weder Raum noch Mittelstädt als linken Flügelspieler sehen (da eher schon Gosens). Wirtz ist so ein System sowieso schon bei Leverkusen gewöhnt. Allerdings will ich wirklich am liebsten unsere größte Offensivpower auf dem Platz sehen. Und das ist in meinen Augen dann eben ein Wirtz, Musiala, Havertz und Kleindienst (Woltemade?). Insofern freut es mich, dass anscheinend andere Systeme schnell eingeübt und ausgeführt werden können. Aber ich sehe das 4-2-3-1 eigentlich als bessere Variante an. Oder ein 4-4-2 mit der Doppelspitze Havertz / Woltemade.

•     •     •

Guti 14
Zitat von sultan-martinez
Zitat von matteagle95

Nach zweimal drüber schlafen frage ich mich immer noch, was für Erkenntnisse wir aus den beiden Spielen gegen Italien jetzt ziehen können. Unter anderem stellt sich für mich die Frage, ob das 3-3-3-1 System eine dauerhafte Alternative für das bestehende 4-2-3-1 sein sollte/könnte. Denn die Vorzüge dieses Systems haben wir besonders in der ersten Halbzeit des Rückspiels ja zu sehen bekommen.

Die Frage ist wahrscheinlich zunächst einmal gar nicht die nach dem System, sondern nach der Ausrichtung. Wollen bzw. können wir dieses Pressing/Gegenpressing aus der ersten Halbzeit in Zukunft spielen? Wenn ja, bietet das 3-3-3-1 durchaus Vorteile. Allerdings ist diese Frage wohl viel eher von der Auswahl der Spieler abhängig. Ich habe etwas den Eindruck, dass die Idee dieses Pressings erst im Verlauf des Hinspiels entstanden ist, auch beflügelt vom Fehlen einiger Stammspieler wie Wirtz oder Havertz, sowie durch das gute Auftreten von Goretzka im Hinspiel.

Letztendlich wäre es toll, die Nationalmannschaft häufiger so wie in der ersten Halbzeit zu sehen. Jedoch sehe ich da noch einige Punkte, die da noch dagegen sprechen:

1) Kann man eine solche Spielweise in einem Turnier, das im Sommer 8 Spiele innerhalb von etwas mehr als einem Monat vorsieht und möglicherweise Spiele zur Mittagszeit in Mexiko oder Kalifornien beinhalten wird, dauerhaft durchstehen? Wenn ja, haben wir hierfür ausreichend Spieler, die dieses Spiel beherrschen und ohne große Qualitätsverluste rein- und rausrotieren können?

2) Wieviel dieser Dominanz, die in der ersten Halbzeit gegen Italien ausgestrahlt wurde, war der Schwäche Italiens geschuldet? Kann man die so pressingresistenten Spanier mit diesem Spiel auch so beherrschen? Und was passiert, wenn die oberste Pressinglinie überspielt wird und vorne schnelle französische oder englische Konterstürmer stehen?

3) Die zweite Hälfte hat gezeigt, dass wenn die vordere Pressingreihe überspielt ist, ein großes Loch im Zentrum besteht. Die 3-3-3-1 Aufstellung hat diesen Schwachpunkt beim 2:3 offenbart, als Italien leichtes Spiel mit Groß und Tah in der Mitte hatte. Die Qualität im Zentrum ist bei anderen Nationen höher als bei Italien. Daher die Befürchtung, dass man dieses Spiel nicht gegen jeden Gegner so durchführen kann, ohne große Risiken zu befürchten.

4) Torgefahr wurde gegen Italien immer dann erzeugt, wenn nach Ballgewinn durch erfolgreiches Pressing der Ball so schnell wie möglich vertikal nach vorn gespielt wird (Nochmal Kompliment an Stiller hier) und wenn der Strafraum schnell besetzt wurde. Goretzka ist ein Spieler, der dieses Spiel im Blut hat (Pressen und dann sofort in den Strafraum). Havertz, der im Normalfall erste Wahl für die Position im OM wäre, kann das sicherlich auch, ist aber in der Balleroberung selbst weniger stark als Goretzka. Auch die Rückorientierung bei überspielter erster Reihe liegt Goretzka eher als Havertz, wobei gegen Italien Goretzka diese Wege gar nicht so viel gegangen ist. Was wohl auch damit zusammenhängt, dass die erste Reihe in der ersten Halbzeit fast gar nicht mehr überspielt werden konnte. Wie auch immer, was macht man mit Havertz? Und passt Wirtz in dieses System? Auch für Musiala schien es nicht das perfekte System.

Trotzdem - ich fände es gut, wenn die Nationalmannschaft in Zukunft zumindest situativ solche Phasen wie die in der ersten Halbzeit regelmäßiger in ihr Spiel mit aufnähme. Die Frage ist dann, welches System am besten das Umschalten zwischen Phasen von aggressivem Pressing und "ruhigerer" Spielkontrolle innerhalb eines Spiels erlaubt. Ich glaube, mit den vorhandenen Spielern wird man einen solches Umschalten nicht ohne Systemwechsel während des Spiels z.B. von 4-2-3-1 auf 3-3-3-1 und zurück nicht hinbekommen. Und da ist der Knackpunkt, denn ich vermute, dass bei der Auswahl an verfügbaren Spielern ein solcher Systemwechsel ohne Auswechslungen nicht sinnvoll machbar wäre und somit ein situativer Wechsel hin und zurück im Spiel nicht nach Belieben gemacht werden kann. Wie seht ihr das?


Zu den Punkten 1 und 2: Wir spielen doch schon seit längerem ein hohes und teils agressives Mann gegen Mann Pressing. Gegen Spanien haben wir das im Viertelfinale der EM auch immer wieder phasenweise gespielt. Italien hat sich auch immer wieder technisch geschickt lösen können (da wären andere Mannschaften entweder noch mehr baden gegangen oder hätten viel schneller auf das Schlagen von langen Bällen umgestellt) nur waren wir im Gegenpressing einfach überragend (Schlotterbeck!) und die Systemumstellung auf das 3-6-1 hat da sicherlich geholfen, weswegen den Italienern die Puste ausgegangen ist. Ich denke generell, dass wir die Mannschaft dafür haben. Mit Wirtz statt Sane ist sowohl das Pressing als auch das Gegenpressing nochmal ne ganze Ecke besser. Den Punkte 3 sehe ich in dieser Besatzung allerdings ähnlich.

Das 3-6-1 kommt mMn vor allem Schlotterbeck und Goretzka entgegen. Kimmich vielleicht auch, weil er dann sich mehr in die Offensive einschalten kann. Allerdings würde ich weder Raum noch Mittelstädt als linken Flügelspieler sehen (da eher schon Gosens). Wirtz ist so ein System sowieso schon bei Leverkusen gewöhnt. Allerdings will ich wirklich am liebsten unsere größte Offensivpower auf dem Platz sehen. Und das ist in meinen Augen dann eben ein Wirtz, Musiala, Havertz und Kleindienst (Woltemade?). Insofern freut es mich, dass anscheinend andere Systeme schnell eingeübt und ausgeführt werden können. Aber ich sehe das 4-2-3-1 eigentlich als bessere Variante an. Oder ein 4-4-2 mit der Doppelspitze Havertz / Woltemade.


Vielleicht kann Nathaniel Brown nominiert werden, da er sowohl Linksverteidiger als auch linkes Mittelfeld spielen kann. Wenn Nathaniel Brown zum Einsatz kommt, können wir problemlos zwischen der Dreier- und der Viererkette wechseln.
Wir können aus dem Spiel gegen Portugal mehrere auch bitterer Erkenntnisse ziehen. Obwohl wir eigentlich Winger als LAVs haben sind diese defensiv nicht gut genug (Gosens) oder performen trotzdem iwie nicht(Mittelstädt).
Wir benötigen also ein 4-2-3-1.
Was können wir noch für Schlüssel ziehen: In einem 2er 6er Aufgebot hat Gore leider überhaupt nichts zu suchen. Daher verbietet sich eine weitere Nominierung wenn wir er es ernst meinen mit der Aufstellung.
Es fehlt Schlotterbeck enorm. Auch Stiller war unfassbar fehlend nicht da.
Anton darf nicht nochmal nominiert werden, gruselig, maximal besseres Buli-Niveau. Dagegen sah Koch gut gegen aus.
Tah als RIV funktioniert Null komma null(Frage mich warum da nicht Kehrer gespielt hat, der ja gerade da so gut performt).
Außerdem fehlt Woltemade die Spielbindung und Erfahrung. Gnabry und Sané möchte ich ehrlicherweise nicht mehr sehen. Es reicht leider einfach nicht.
Musiala wurde unfassbar vermisst, Kleindienst ebenso.
Ter Stegen hat das gut gemacht, nur fehlte es an Anspielstationen auf der Sechs, was dazu geführt hat das er Langholz spielen musste(das würde ich dem Team und nicht ihm ankreiden).
Für die WM hoffe ich: Das sich Stiller und Pavlovic einspielen. Das Thiaw zu Bayer wechselt und sich fest spielt und Legitimation für eine Nominierung hat.
Das Schlotte und Rüdiger fit sind.
Das Kleindienst fit ist.
Schade weiter performt und eingeladen wird und sich gegen Sané durchsetzt auf RA.
Das Janelt vielleicht mal als BU ausgetestet wird.
Das Andrich wieder mehr Spielzeit bekommt.
Das Fülle wieder in Fahrt kommt.
Leweling, Wirtz müssen fit bleiben.
Für das Spiel um Platz 3: Wieder auf 4er Kette umstellen.

Ter Stegen
Mittelstädt Tah Koch/Kehrer Kimmich
Pavlovic Andrich
Adeyemi Wirtz Sané
Undav/Fülle in den letzten Minuten

Generell sehe ich wenn alle fit sind die Aufstellung so wie oben.
Andeoch statt Pavlovic oder Tah statt Rüdiger oder Adeyemi statt Schade.

•     •     •

Mein Herz gehört Schalke, aber ich sympathisiere mit Liverpool und RWE.
Ich war immer dafür die aktuell besten Spieler zu nominieren. Zu den 23 besten in Deutschland zählen Spieler wie Gnabry, Sane und Goretzka in jedem Fall. Sie sind im besten Fussballalter, sind aber aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage dauerhaft Topleistungen zu bringen und zeigen nicht selten ganz schwache Auftritte. Daher bin ich jetzt soweit und sage: lass die 3 raus und finde ein System was rund um Wirtz und Musiala funktioniert.
Da musste ich direkt an Nagelsmann Anfangszeit bei den Bayern denken in der er ein sehr flexibles 4-2-2-2 gespielt hat.
In der Interpretation für die Nationalmannschaft, ergibt gerade die neue Auswahl an Stürmern neue Möglichkeiten. Vor 2.Jahren war an Burkhart, Woltemade, Kleindienst und Undav nicht zu denken. Neben den 4 hat man auch Füllkrug, Havertz und Adeyemi die in einem flexiblem Doppelsturm funktionieren können und bis auf Füllkrug und Kleindienst alle besser in einer Doppelspitze funktionieren.
Dazu hat man mit Stiller, Pavlovic und Kimmich starke Spieler im Übergang die eine extrem hohe Passsicherheit ausstrahlen.

Neben der skizzierten Startelf würden bei mir hinzukommen:

Baumann
Daumen/Leno/Nebel/Zentner

Bisseck
Koch
Mittelstädt
Raum
Henrichs

Bischof
Andrich

Adeyemi
Burkhart / Undav / Woltemade
Füllkrug

•     •     •

-------------------------------Schober-----------------------------
----------Rehmer------------Jakobsson----------Zallmann------

---------------------Weilandt-----------Lantz----------------------

---Lange---------------------Barbarez-------------Arvidsson----

----------------------Neuville----------Pamic----------------------
Zitat von anonymususer
Wir können aus dem Spiel gegen Portugal mehrere auch bitterer Erkenntnisse ziehen……
….
Für das Spiel um Platz 3: Wieder auf 4er Kette umstellen.

Ter Stegen
Mittelstädt Tah Koch/Kehrer Kimmich
Pavlovic Andrich
Adeyemi Wirtz Sané
Undav/Fülle in den letzten Minuten

Generell sehe ich wenn alle fit sind die Aufstellung so wie oben.
Andeoch statt Pavlovic oder Tah statt Rüdiger oder Adeyemi statt Schade.


gehe ich mit, nur könnte ich mir auch Woltemade für Sane und Groß für Andrich vorstellen.
Zitat von anonymususer
Wir können aus dem Spiel gegen Portugal mehrere auch bitterer Erkenntnisse ziehen. Obwohl wir eigentlich Winger als LAVs haben sind diese defensiv nicht gut genug (Gosens) oder performen trotzdem iwie nicht(Mittelstädt).
Wir benötigen also ein 4-2-3-1.
Was können wir noch für Schlüssel ziehen: In einem 2er 6er Aufgebot hat Gore leider überhaupt nichts zu suchen. Daher verbietet sich eine weitere Nominierung wenn wir er es ernst meinen mit der Aufstellung.
Es fehlt Schlotterbeck enorm. Auch Stiller war unfassbar fehlend nicht da.
Anton darf nicht nochmal nominiert werden, gruselig, maximal besseres Buli-Niveau. Dagegen sah Koch gut gegen aus.
Tah als RIV funktioniert Null komma null(Frage mich warum da nicht Kehrer gespielt hat, der ja gerade da so gut performt).
Außerdem fehlt Woltemade die Spielbindung und Erfahrung. Gnabry und Sané möchte ich ehrlicherweise nicht mehr sehen. Es reicht leider einfach nicht.
Musiala wurde unfassbar vermisst, Kleindienst ebenso.
Ter Stegen hat das gut gemacht, nur fehlte es an Anspielstationen auf der Sechs, was dazu geführt hat das er Langholz spielen musste(das würde ich dem Team und nicht ihm ankreiden).
Für die WM hoffe ich: Das sich Stiller und Pavlovic einspielen. Das Thiaw zu Bayer wechselt und sich fest spielt und Legitimation für eine Nominierung hat.
Das Schlotte und Rüdiger fit sind.
Das Kleindienst fit ist.
Schade weiter performt und eingeladen wird und sich gegen Sané durchsetzt auf RA.
Das Janelt vielleicht mal als BU ausgetestet wird.
Das Andrich wieder mehr Spielzeit bekommt.
Das Fülle wieder in Fahrt kommt.
Leweling, Wirtz müssen fit bleiben.
Für das Spiel um Platz 3: Wieder auf 4er Kette umstellen.

Ter Stegen
Mittelstädt Tah Koch/Kehrer Kimmich
Pavlovic Andrich
Adeyemi Wirtz Sané
Undav/Fülle in den letzten Minuten

Generell sehe ich wenn alle fit sind die Aufstellung so wie oben.
Andeoch statt Pavlovic oder Tah statt Rüdiger oder Adeyemi statt Schade.




Ich glaube wirklich nicht, dass eine Mittelfeldpartnerschaft aus Pavlovic und Stiller Sinn ergibt. Es macht einfach keinen Sinn – zwei eher langsame und nicht besonders verteidigungsstarke defensive Mittelfeldspieler. Wie ich schon oft gesagt habe, brauchen wir einen Mittelfeldabräumer, da Pavlovic, Stiller und Pascal Groß alle in der Rolle des defensiven Sechsers spielen.

Pavlovic und Stiller haben beide sehr schwache defensive Statistiken pro 90 Minuten.
Goretzka legt auch keinen großen Wert auf seine defensive Positionierung, weshalb ich nicht glaube, dass er einer der beiden Mittelfeldspieler in einem Doppel-Sechser-System sein kann.
Ich denke, Felix Nmecha würde viel besser neben Stiller oder Pavlovic passen. Nmecha ist physisch stark, technisch gut, defensiv solider als die anderen Mittelfeldoptionen, nicht langsam und hat bereits mit Groß in Dortmund eine Partnerschaft gebildet.

Wir brauchen eigentlich genau ein Profil wie Felix Nmecha (auch wenn er sein Defensivspiel noch etwas verbessern könnte). Goretzka und Amiri geben mir defensiv nicht das nötige Vertrauen. Ich bin auch sehr an Tom Bischof interessiert, aber nach seinem Wechsel zum FC Bayern müssen wir abwarten, ob er in der nächsten Saison genug Spielpraxis bekommt.
Zitat von Ger90
Zitat von anonymususer

Wir können aus dem Spiel gegen Portugal mehrere auch bitterer Erkenntnisse ziehen. Obwohl wir eigentlich Winger als LAVs haben sind diese defensiv nicht gut genug (Gosens) oder performen trotzdem iwie nicht(Mittelstädt).
Wir benötigen also ein 4-2-3-1.
Was können wir noch für Schlüssel ziehen: In einem 2er 6er Aufgebot hat Gore leider überhaupt nichts zu suchen. Daher verbietet sich eine weitere Nominierung wenn wir er es ernst meinen mit der Aufstellung.
Es fehlt Schlotterbeck enorm. Auch Stiller war unfassbar fehlend nicht da.
Anton darf nicht nochmal nominiert werden, gruselig, maximal besseres Buli-Niveau. Dagegen sah Koch gut gegen aus.
Tah als RIV funktioniert Null komma null(Frage mich warum da nicht Kehrer gespielt hat, der ja gerade da so gut performt).
Außerdem fehlt Woltemade die Spielbindung und Erfahrung. Gnabry und Sané möchte ich ehrlicherweise nicht mehr sehen. Es reicht leider einfach nicht.
Musiala wurde unfassbar vermisst, Kleindienst ebenso.
Ter Stegen hat das gut gemacht, nur fehlte es an Anspielstationen auf der Sechs, was dazu geführt hat das er Langholz spielen musste(das würde ich dem Team und nicht ihm ankreiden).
Für die WM hoffe ich: Das sich Stiller und Pavlovic einspielen. Das Thiaw zu Bayer wechselt und sich fest spielt und Legitimation für eine Nominierung hat.
Das Schlotte und Rüdiger fit sind.
Das Kleindienst fit ist.
Schade weiter performt und eingeladen wird und sich gegen Sané durchsetzt auf RA.
Das Janelt vielleicht mal als BU ausgetestet wird.
Das Andrich wieder mehr Spielzeit bekommt.
Das Fülle wieder in Fahrt kommt.
Leweling, Wirtz müssen fit bleiben.
Für das Spiel um Platz 3: Wieder auf 4er Kette umstellen.

Ter Stegen
Mittelstädt Tah Koch/Kehrer Kimmich
Pavlovic Andrich
Adeyemi Wirtz Sané
Undav/Fülle in den letzten Minuten

Generell sehe ich wenn alle fit sind die Aufstellung so wie oben.
Andeoch statt Pavlovic oder Tah statt Rüdiger oder Adeyemi statt Schade.




Ich glaube wirklich nicht, dass eine Mittelfeldpartnerschaft aus Pavlovic und Stiller Sinn ergibt. Es macht einfach keinen Sinn – zwei eher langsame und nicht besonders verteidigungsstarke defensive Mittelfeldspieler. Wie ich schon oft gesagt habe, brauchen wir einen Mittelfeldabräumer, da Pavlovic, Stiller und Pascal Groß alle in der Rolle des defensiven Sechsers spielen.

Pavlovic und Stiller haben beide sehr schwache defensive Statistiken pro 90 Minuten.
Goretzka legt auch keinen großen Wert auf seine defensive Positionierung, weshalb ich nicht glaube, dass er einer der beiden Mittelfeldspieler in einem Doppel-Sechser-System sein kann.
Ich denke, Felix Nmecha würde viel besser neben Stiller oder Pavlovic passen. Nmecha ist physisch stark, technisch gut, defensiv solider als die anderen Mittelfeldoptionen, nicht langsam und hat bereits mit Groß in Dortmund eine Partnerschaft gebildet.

Wir brauchen eigentlich genau ein Profil wie Felix Nmecha (auch wenn er sein Defensivspiel noch etwas verbessern könnte). Goretzka und Amiri geben mir defensiv nicht das nötige Vertrauen. Ich bin auch sehr an Tom Bischof interessiert, aber nach seinem Wechsel zum FC Bayern müssen wir abwarten, ob er in der nächsten Saison genug Spielpraxis bekommt.


würdest du gegen Frankreich ein Mittelfeld aus Groß und Nmecha oder aus Pavlovic und Nmecha wählen
und kann Anton als mittlerer IV Bälle verteilen oder sollte man zu dem Mittelfeldduo zur Absicherung Andrich spielen lassen?
auf Goretzka könnte ich verzichten
Ich erwecke diesen Thread mal wieder aus der Versenkung unter den Eindrücken des Finnlandspiels.

Seitdem Nation League Turnier bzw. vor allem seit der zweiten Partie gegen Luxemburg lässt Nagelsmann ein 4-1-4-1 spielen, bei dem ein Außenverteidiger (meist der Linke) hoch aufrückt. In Ballbesitz sah das Ganze wie folgt aus:

----------------Baumann-----------------
-----Kimmich---Tah---Schlotterbeck
-------------------------Pavlovic--------
Sane---Goretzka---Gnabry---Wirtz---Raum
---------------Woltemade-------------

Kimmich rückt situativ etwas vor und deckt vor allem den rechten Halbraum im Spielaufbau ab. Pavlovic ist sehr lauffreudig, treibt sich dabei aber meistens links herum. Wirtz und Raum tauschen des Öfteren die Positionen, je nachdem wie es die Situation gerade erfordert. Goretzka rückt direkt zu Beginn des Angriffs in den 10er Raum und fungiert dort als Tiefenläufer und freies Radikal. Woltemade zieht ebenfalls eher nach links, um sich als Kombinationsstation zu beteiligen. Sane hält die Rechts Außen Position. Realtaktisch war des Öfteren Gnabry oder Goretzka der höchststehende Mann.

Spielerisch haben wir meist über die linke Seite aufgebaut und die Angriffe ausgelöst. Mit Schlotterbeck, Pavlovic, Raum, Wirtz und dem entgegenkommenden Woltemade war das eine sehr spiel- und kombinationsstarke Seite. Der Gegner musste darauf natürlich reagieren und hat meist stark verschoben. Das hatte zur Folge, dass Sane Rechtsaußen oftmals mit viel Wiese vor sich und nur einem Gegenspieler, Tempo aufnehmen konnte wenn die Verlagerung gekommen ist. So haben wir bspw. die Tore gegen Luxemburg oder auch das 3:0 und 4:0 gegen Slowakei erzielt. Über die rechte Seite ist man im Aufbau mit Kimmich des Öfteren mit Chipbällen oder Halbfeldflanken gekommen. Insgesamt war im deutschen Spiel allerdings eine starke Linkswucht zu beobachten. Für diese Rolle finde ich Sane nach wie vor sehr gut geeignet und auch besser als Adeyemi und Konsorten. Gerne hätte ich El Mala dort mal als Rechtaußen getestet, aber es ist kein Wunder, dass Sane seine besten Spiele seit langem in der NM in dieser taktischen Rolle gehabt hat. Generell war die allgemeine Positionierung deutlich starrer als bspw. bei den überzeugenden Siegen gegen Bosnien und Ungarn Ende 2024, bei der die offensive Dreierreihe sehr fluide durchgetauscht ist.

Nun haben wir im Finnlandspiel zum ersten Spiel drei wesentliche Veränderungen gesehen:
Brown statt Raum ist die Änderung, die am wenigsten in das Spielsystem eingreift. Raum ist zwar ein typischer Linienläufer und Flankenspieler, aber er hat sich gut in das Spielsystem von Nagelsmann integriert und besetzt die Halbräume im Wechselspiel mit Wirtz für seine Verhältnisse sehr gut. Außerdem versteht er sich gut mit Flo und Schlotterbeck. Brown fühlt sich in den Halbräumen noch etwas wohler als Raum, weil er technisch einfach der (deutlich) bessere Spieler ist, oftmals sich gut anbietet und generell ein weiterer Kombinationsspieler ist. Dazu waren seine Flanken bzw. Rückpässe nachdem er steil geschickt wurde, richtig gut. Die Bananen- und Halbfeldflanken von Raum kann er allerdings nicht schlagen.

Nmecha statt Goretzka greift da schon deutlich mehr in die taktische Marschrichtung ein. Während Goretzka sich kaum im Spielaufbau einbinden hat lassen und vor allem für Chaos beim Gegner sorgen sollte, indem er entweder selbst abschließt oder den letzten Pass spielt, war Nmecha deutlich umtriebiger. Er ist meistens im rechten Halbraum vor Kimmich aufgetaucht, hat sich dort am Kombinationsspiel beteiligt und mit seiner Athletik und Technik mehrere Situationen gut aufgelöst und erfolgsversprechende Sequenzen eingeleitet. Das hatte wiederum zur Folge, dass Karl als RA nicht so häufig komplett isoliert am rechten Flügel mit einer Seitenverlagerung gefunden wurde, da Nmecha von Haus weiter rechts positioniert war als Goretzka. Dafür ist Nmecha im Zusammenspiel mit v.a. Wirtz und Karl öfters über rechts gefährlich geworden, ohne dass man den linken Flügel überladen hat.

Die dritte Änderung betrifft Karl statt Sane. Hier setzt sich der Trend von Goretzka zu Nmecha fort. Während Sane im 1 gegen 1 mit Wiese vor sich seine größte Stärke hat, kann Karl gut ins Kombinationsspiel eingebunden werden und auch 1 gegen 2 Situationen oder ähnliches auflösen. Dazu macht Karl deutlich öfters unerwartete Dinge und stresst den Gegenspieler so zusätzlich. Die Aufstellung gegen Finnland sah demnach ungefähr so aus – wiederum mit Rochaden zwischen Wirtz und Brown:

----------------Baumann-----------------
-----Kimmich---Tah---Schlotterbeck
-------------------------Pavlovic--------
------Nmecha--------------------------
Karl--------Musiala---Wirtz---Brown
---------------Undav-------------

Für mich am interessantesten: Bei der alten Aufstellung lag ganz klar der Spielfokus auf der linken Seite mit den zwei Möglichkeiten: Entweder Durchbruch über links oder Seitenverlagerung auf Sane, der dann ins 1 vs 1 gehen kann. Bei der neuen Aufstellung können wir eine heftige Kombinationswucht über jede Seite entfalten, v.a. da Wirtz gefühlt umtriebiger war und des Öfteren rechts ebenfalls eingebunden wurde. Für diese taktische Marschrichtung würde ich die Aufstellung von Brown aber vor allem von Nmecha und Karl in jedem Fall begrüßen, weil das drei weitere Kombinationsspieler sind. Und Kombinationsspieler wie bspw. Wirtz, Pavlovic, Musiala (so halb) und Undav/Havertz profitieren zwangsläufig von mehr Kombinationsspielern. Was bei der Aufstellung krass wäre, wäre das vergleichsmäßig junge Alter des Angriffs:

Brown (22), Pavlovic (22), Nmecha (25), Wirtz (23), Musiala (23), Karl (18), Havertz (27)

Damit in eine WM zu gehen, fände ich schon nicht von schlechten Eltern.

•     •     •

Guti 14
  Post-Optionen
Den kompletten Thread wirklich löschen?

  Paten-Optionen
Möchtest Du den Beitrag wirklich löschen?
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Lesezeichen
  Abonnierte Threads
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Post-Optionen
Nutze die Thread-Suche, wenn Du diesen Post in einen anderen Thread verschieben möchtest. Drücke Thread erstellen, wenn aus diesem Post ein eigenständiger Thread werden soll.
Widerruf Tracking & Cookies

Du hast erfolgreich deine Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die du zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt hast. Du kannst dich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden. Bitte beachte, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wende dich diesbezüglich an datenschutz@transfermarkt.de.